Märchen und Fabeln aus Afghanistan, gesammelt von Dr. Mir Hafizuddin Sadri

zu Märchen

Sa-eih und Sa-fedah
  (die Schwarze und die Weiße)

afghan-aid

 

Es war einmal eine Frau, die zwei Tochter hatte. Ihr Mann ist gestorben, als ihre Tochter noch klein waren. Sie nahm jeden Tag einen Krug und ging stundenlang zum Brunnen. Sie holte aus diesem Brunnen Wasser und füllte ihren Krug, den sie auf dem Kopf bis nach Hause trug. Zwei andere Eimer voll Wasser trug sie in ihre Hände. Sie machte diese Arbeit tagtäglich. Inzwischen ist sie alt geworden und ihre Tochter sind groß und erwachsen. Eines Tages, als sie krank war. Die große Tochter sagte: Ich lebenslang Wasser gebracht. Nun bin ich groß und bringe Wasser. Sie nahm den beiden Wassergefäße und machte ich auf den Weg, um Wasser zu holen. Am Brunnen warf sie einen Eimer mit Seil in Brunnen und zog kräftig, füllte ihre Gefäße, bzw. Kruge und ging nach Hause. Der Weg war lang. Die Hälfte des langen Weges hatte sie zurückgelegt und sollte bald zu Hause sein, da hat sie eine alte Frau gesehen, die in der Straßenecke saß und wartete.

Die alte Frau sprach zu Safeda: Kannst du mir ein Schluck Wasser geben. Ich verdürste. Die Weiße gab ihr den vollen Krug. Als sie das Wasser getrunken hat, ist ihr nicht gelungen, den schweren Krug zu behalten und so wurde das Wasser aus dem Krug. Die weiße entschuldigte sich, daß sie nicht achtsam war, um die alte Frau zu trösten, denn ihr war sehr peinlich.

Sie nahm den Krug und ging zum zweiten Mal dort zum Brunnen, um Wasser zu holen. Wenn du spricht, dann soll aus deinem Munde allerschönste Blumen herauskommen, wünschte die alte Frau dem Mädchen. Bald darauf war sie zu Hause. Die Mutter fragte sie, warum sie so spät komme. Als sie erzählen wollte, was geschehen war, spuckte sie aus dem Mund allerlei schönsten Blumen. Jede Blume war schöner als die andere. Am nächsten Tag wollte unbedingt die kleine Tochter Wasser holen gehen. Sie hoffte, sie treffe die alte Frau. Sie nahm aber kein Krug, sondern ein Messinggefäß. Denn ihr passte nicht der Krug, weil aus Ton war. Sie ging zum Brunnen und machte das Gefäß nur halbvoll, damit sie nicht viel tragen muß. Sie traf unterwegs eine alte Frau, die Durst hatte. Sie sprach zu ihr: Gibst du mir Wasser? Na ja, sie gibt ihr den Messingkrug und als sie getrunken hatte, zitterte ihre Hände und das Gefäß fiel um und das Wasser floss. Darauf schimpfe sie mit der alten Frau, daß sie jetzt wieder zum Brunnen gehen muß.  Sie sagte zu ihr: Falls du deine Mund aufmachst, soll aus deinem Mund lauter Kröte herauskommen.

Nachdem sie das Gefäß halbvoll hatte, kam sich schließlich nach Hause. Die Mutter fragte, warum sie so spät komme. Als sie von diesem Vorfall berichten wollte, kamen anstatt Worte, lauter Kröte.

Die Mutter hat eine schwarze Binde um ihren Mund umgetan, damit sie nicht spricht. Denn jedesmal, wenn sie sprach, kamen diese merkwürdige Geschöpfe aus ihrem Mund heraus.

Safedeh wählte einen jungen Mann aus. Als die Mutter starb, war Saeiah ganz allein und mußte bis ihr Lebensende im Keller des Hause wohnen. Nur Safedeh besuchte sie ab und zu und brachte etwas zum Essen.

Bala raftem  (Wir gingen nach oben )                      

Hawa bud  (da war der Himmel/ Luft)                                        

 Paian raftem (Wir gingen nach unten)                             

 Zamin bud  (da war die Erde)

Qessia ma hamin bud  (das war unsere Geschichte)              

 

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