Märchen und Fabeln aus Afghanistan, gesammelt von Dr. Mir Hafizuddin Sadri

zu Märchen

Der Prinz und der reife Apfel

afghan-aid

Es war ein Prinz, der der einzige Sohn des Königs war. Als er geboren wurde, feierte er tagelang und ließ sein ganze Reich mit leckeren Speisen und Getränken bewirten. Sein Amme versorgte den Prinzen. Für seine Erziehung und Ausbildung stellte er einen weisen Mann. Er lehrte ihn in verschiedenen Künste, wie er mit Bogen und Feil umgeht, wie er sich verteidigen müßte und wie er seine Tätigkeiten als zukünftiger König erledigen müßte. Deswegen mußte er früh aufstehen und seine Übung machen und lernen.  

Er war inzwischen kein Kind mehr. Jedes Mal, als er zum Vater kam, um seine Kunststücke vorzuführen, sagte: "Ich möchte heiraten." Der Vater sagte zu ihm: "Du bist noch nicht reif, weil du diese und jene Kunst noch nicht kannst.

Er ging zu seinem Lehrer und bat ihn neue und schwierige Künste zu lernen. Er könnte inzwischen alle Tätigkeiten, die ein künftiger König auch machen könnte. Äußerte er seinen Wunsch, sagte der König: "Du bist noch nicht reif."

Der Prinz ging zu seinem Lehrer und sagte: "Was sollte ich noch lernen." Der Lehrer sagte: "Ich habe dir alle Künste beigebracht. Überlege dir selber. Ich kann dir in dieser Frage nicht helfen."

Eines Tages nahm der Prinz einen Teller mit einem scharfen Messer und einen runden reifen Apfel und stellte seinem Vater. Der König verstand sofort, daß der Sohn reif zur Heirat sei und sagte zu dem Prinzen: "Nun bist du auch reif zur Heirat Prinz." Der König lag sie Bilder der schönen Prinzinnen vor ihm und sagte: "Suche dir ein Bild aus." Er zeigte nahm ein Bild aus dem Album legte beiseite. Das Interesse des Prinzen galt nun dieses Bild. Der Vater sagte zu ihm: "Vergiß dieses Bild. Das Mädchen ist nicht zu finden." Der Prinz sagte: "Diese Frau oder keine Frau."

Der Prinz sattelte einen Pferd und machte sich auf den Weg, um das Mädchen zu suchen. Er ritt tagelang.

Unterwegs sah er eine alte Frau, die am Rande der Straße saß. Sie fragte den Prinzen: "Gibst du mir ein Schluck Wasser?". Der Prinz gab ihm seine Flasche. Die Frau trank und bedankte sich. Darauf gab sie dem Prinzen einen Spiegel, einen Kamm, einen Stein und einen Zündholz. "Wenn du in Gefahr bist, dann verwende diese."

Er ritt weiter bis er unter einem Baum eine Pause einlegte. Unter dem Schatten dieses Baumes aß und trank und legte sich für eine Weile schlafen.

Er hörte zwei Vögel berichteten, daß die Braut in Kafqaz-Gebirge von einem Riesen gefangen gehalten wird. Er sollte morgens vor Sonnenschein aufstehen. Da kommt ein Simurgh und bringt ihn zu diesem Versteck.

Der große Vogel flog ihn und brachte ihn zum Ort, an dem das Mädchen gehalten wird und sagte zum Prinzen: "Zurück müßst du allein." Als er angekommen war, schlief gerade der Riese und befreite das Mädchen. Kaum waren sie aus dem Haus, wachte der Riese. Sie rannten so schnell sie könnten.

Der Prinz hat als erstes den Kamm geworfen. Da entand auf einmal einen Wald. Für kurzer Zeit könnte der Riese den Wald überqueren. Er versuchte mit dem Streichholz. Auf einmal entstand ein Vulkan. Auch gegen diese Vulkan war der Riese immun.

Darauf warf der Prinz den Stein. Dort stand ein hoher Berg. Auch diesen Berg konnte der Riese überwinden. Ihm blieb nichts anderes übrig, als der den Spiegel zu werfen. Darauf entstand zwischen ihnen und der Riese ein Ozean. Der Riese stieg ins Wasser. Das Wasser war so tief, das der Riese dort ertränkt wurde.

Der Prinz nahm seine Braut und ritten zu dem Königsreich.

 

zurück