Nationalmuseum von Afghanistan in Kabul

 Tradition, Träume und Tragik eines der bedeutendsten Museen im Herzen Asiens

Zusammenfassung von Dr. Mir Hafizuddin Sadri

1919

Gründung:

 

Das Museum wurde 1919 im Jahre der Unabhängigkeitsproklamation  in Baghe Bala (unweit des heutigen Hotels Intercontinental in Kabul) eröffnet. Das Museum stellte Nationaltrachten mit den landesüblichen Stickereien, alltägliche Gegenstände, Kriegsgeräte, handschriftliche Manuskripte, Urschriften, Wappen und Fahnen der Befreiungskämpfe usw. aus. 

 

Bagh e Bala Palast, 1919-1925 als Museum,  in den 6oer und 70er Jahren als Restaurant benutzt

1922

Neubau

 

Schließlich beauftragte König Amanullah  ab dem Jahre 1922 Wilhelm Rieck und andere Fachleute, insbesondere Walter Harten  aus Deutschland im nach ihm benannten Stadtteil „Dar(u)laman“ (Stadtteil von Aman), Parlamentsgebäude und in Tape Tadschbek (ca. 2 km entfernt vom Darulaman-Palast) ein Regierungsgebäude zu bauen. 

Gegenüber des  Darulaman-Parlamentsgebäudes bauten die deutschen Architekten auch ein Ausstellungsgebäude  „Hajaeb-Khana“ (Wunderstätte), das bis in die siebziger Jahren das „Museum von Kabul“ hieß, bevor es zum Nationalmuseum wurde.  http://www.darulaman.de/  

 

1922 

Beginn 

 

 

 

Archäologische Ausgrabungen: 1922 intensivierte der König seine Reformmaßnahmen. Deshalb kam es zu verschiedenen Vereinbarungen und Verträgen zur Entwicklung des Landes, auch mit dem europäischen Ausland.  Zu diesen Verträgen gehört auch einer mit der französischen Regierung, wonach die archäologischen Ausgrabungen in deren Kompetenzbereich liege. In diesem Jahr begann landesweit auch die wissenschaftliche Forschung nach den Kunst- und Kulturgütern des Altertums  in Afghanistan. Hier wurden nicht nur die antiken Gegenstände gesammelt und aufbewahrt, sondern es wurden auch die Kulturgüter restauriert, kategorisiert und nach Epochen zugeordnet, die nicht auf eine bestimmte Gegend des Landes beschränkt waren.

 

 

1. Umzug: 

1925

 

 

 

 

 

 

 

Im Jahre 1925 zog das Museum in den „Koti“-Palast, ein Gartenschloss innerhalb der Festung um den Königspalast,  „Arg“ (Zitadelle), dem heutigen Präsidentenpalast um, vermutlich aus Platzmangel oder vor Gegnern der reformfreudigen Regierung.

In den Schlössern hinter dieser Festung  residierte der König Zaher von 1931-1973 und 2002 bis 2007. Seit Juli 1973 dient die Zitadelle als Präsidentenpalast. Heute residiert hier Präsident Karzai.

 

Arg in Kabul

 Residenz der Könige und der Präsidenten Afghanistans

Darulaman-
Palast als Parlament der Amani-Zeit

 

 

 

Das wäre das künftige Parlament Afghanistan gewesen, falls der König Amanullah nicht gestürzt worden wäre. Das Gebäude brannte in den 60jahren völlig ab.

Das ist die Ruine des Palastes, welchen König Amanullah im Jahre 1922 bauen ließ. für das  künftige Parlament. Fertigstellung 1931

als Künftiges Parlament der Amani-Zeit
Bauzeit von 1922-1931

1931

2. Umzug

 

 

 

 

 

 

Im Jahre 1931  wurde das Gebäude gegenüber dem als Parlament Afghanistans vorgesehenen Gebäude in Darulaman  seiner Bestimmung übergeben

Jetzt konnte von einem Museum im eigentlichen Sinne gesprochen werden: nämlich die Präsentation, Erforschung und Restaurierung von (prä)historischen Funden. 

Museum von Kabul gegenüber dem obigen Gebäude

Allmählich ersetzte der altgriechische  Begriff Museum den Begriff "Hadschajeb Khana" (Haus des Staunens bzw. Wunderhaus). Das Lehnwort lautet in Afghanistan wie folgt: "Mosa e Kabul" bzw. "Mosiam e Kabul".

Die ausgestellten

Epochen

 

 

vorgeschichtliche bis zur Neuzeit, insbesondere aus hinduistischen, baktrischen, kuschano-sassanidischen und buddhistischen Dynastien, sowie aus islamischen Zeiten der Timoriden und Moghul-Dynastien  

siehe auch: http://www.thewalt.de/afghanistan/

 

Fundorte

 

 

 

Nennenswerte Orte sind: Kotal Sorch (Roter Pass), Ai Khanum (Oh Frau), Bagram, Kapisa, Hadda, Mandanik, Tolla Tapa (Goldhügel), Bamiyan, Baktrien Baktra, Tapa e Storaak (Kamel-Hügel), Fullol Tapa (Fullol-Hügel), Tape Khazana (Schatz-Hügel), Tapa e Maranjan (Bernstein-Hügel), Hazar Som e Samangan und verschiedenen Gegenden des Landes. 

 

 

Präsentation

einst über 100 000 Exponate 

 

 

Prähistorische Kunstgegenstände auf der Flucht

 

Afghanistan-Institut und dasAfghanistan-Museums im Exil

 

 

Rettung

 

 

Ausstellungen im Ausland, hier einige Exponate  im Britischen Museum

 Hier werden einige prähistorische Gegenstände aufbewahrt.آ  

موزه بريتانيا در لندن

 

 

 

Museum in der 

Schweiz

Bubendorf

1999

 

 

Aufgabe: Bewahrung und Erforschung der afghanischen Natur, Geschichte und Kultur

Ziel: Rückführung der Ausstellungsobjekte nach Afghanistan

 

 

Heimflug mit der Luftwaffe

Seit dem 14. Oktober 2006 ist das Museum in der Schweiz geschlossen.  Die Rückführung der Ausstellungsobjekte erfolgte im April 2007.

 

 

 

 

Wander- ausstellung

Ist eine Wanderausstellung der Exponate eine Lösung vor der Zerstörung der Kunst in Afghanistan durch ihre Gegner?

 

 

 

Weblinks

 

Nationalmuseum in Herat

http://www.clt.astate.edu/wallen/digits/kabul.htm

http://www.thewalt.de/afghanistan/

http://www.darulaman.de/  

http://farm1.static.flickr.com/137/398879887_643c865a13.jpg?v=0

http://farm1.static.flickr.com/137/398879887_643c865a13_b.jpg