Zum  84. Jahrestag der Amani-Oberrealschule

 

Zum Curriculum gehörte auch die humanistisch-abendliche Tradition

 

,Schlüsselübergabe Durani

Grußbotschaften zum  80jährigen Jubiläum der Amani Oberrealschule und Übergabe der Schulen 

Prof. Dr. Schmidt über den ersten Direktor Dr. Iven

Die Fassung in Dari

 Ministerpräsident Prof. Dr. Milbradt Sachsen 

Die Fassung in Dari

Alte liebe rostet nicht, von Dr. Meyer-Oehme

 (Fassung in Dari)

Erziehungsminister Y. Qanooni

Fassung in Dari 

Bundesministers des Auswärtigen Joschka Fischer

 

Dr. Abdul Wahed Malekyar

Fassung in Dari

Bürgermeister der Stadt Brakel

 

Zum 80. Jubiläum meiner Schule 

Fassung in  Dari

Die obigen Übersetzungen sind von Dr. Mir Hafizuddin Sadri angefertigt.

 

Dramen, Lustspiele und Komödien führten die Schüler der Oberstufe in deutscher Sprache auf

Als die Amani-Oberrealschule vor 84 Jahren am 15.04.1924 von König Amanullah feierlich eröffnet wurde, unterstützte Deutschland die Oberrealschule finanziell und konzeptionell. Dr. Iven, der erste Rektor der Schule leitete diese Bildungsstätte von den Gründungsjahren bis 1935. Danach fungierten bis zum Kriegsende Herr Struck und Dr. Gräfe als deutsche Direktoren der Schule, bis die deutschen Lehrkräfte das Land verließen. Dr. Popal und Abdul Ghafor Breshna waren die ersten beiden Direktoren, die die Schule ohne deutsche Lehrkräfte aber auf gleichem Niveau leiteten, bis in den Jahren des Wiederaufbaus die Bundesrepublik Deutschland die Arbeit mit Entsendung von Lernmitteln und Lehrkräften wiederaufnahm. In den Jahren der Herrschaft der „Volksdemokratischen Partei Afghanistan“ 1978-1992 engagierte sich die DDR stark für diese Schule.

In dieser renommierten Bildungsstätte war Deutsch nicht nur Fremdsprache, sondern auch Unterrichtsprache. Naturwissenschaftliche und mathematische Fächer, aber auch Philosophie und Logik wurden auf Deutsch unterrichtet. Als das bildungspolitische Konzept stand, für den afghanischen Staat Fachleute auszubilden, und die ersten Absolventen ihre Reifeprüfungen ablegten, wurde auch die Idee der Dramenvorführung geboren, die Konflikte des menschlichen Seins in Worte zu fassen.

Dank der Bemühungen großer afghanischer Dramaturgen wie Beset, Breshna und Saljuki wurde auch die afghanische Dramaturgie, die in den Jahren 1919-1929 entstand, im Jahre 1942 wiederbelebt, zumal das große Allroundtalent Abdul Ghafor Breshna in der Bundesrepublik Kunst und Kultur studierte und während des zweiten Weltkrieges nach Dr. Popal die Oberrealschule in Kabul leitete, die zu dem Zeitpunkt in Nedjat-Oberrealschule umbenannt wurde.

Parallel haben die Deutschlehrer den Schülern nicht nur die deutsche Grammatik beigebracht, sondern auch die deutsche Literatur. Insbesondere die Dramen der Klassik, die als „Gipfel der Dichtung“ im Okzident bezeichnet werden, aber auch Werke der deutschsprachigen Dichter aus Österreich und der Schweiz sowie deutsche Übersetzungen englischer und französischer Dichter haben diese Lehrer mit den Schülern der Amani-Oberrealschule ins Szene gesetzt.

40er Jahren

Zu dieser Zeit nahmen auch die Zuschauer bei den Schultheateraufführungen zu. Sie wurden zum integralen Bestandteil der alljährlichen Tradition in der Amani-Oberrealschule. Die Schüler der Oberstufe führten anlässlich der Feierlichkeiten ihrer Reiferprüfungen Dramen europäischer, insbesondere der deutschsprachigen Dichter auf.

Hauptsächlich Lustspiele und Dramen der deutschen Klassiker, aber auch klassische und epische Dramen wurden aufgeführt. Bis zur Fertigstellung des neuen Schulgebäudes stellten die afghanischen Kino- und Theaterpaläste und Radio Afghanistan ihre Säle für die öffentlichen Theateraufführungen zur Verfügung. Theaterstücke wurden mehrmals für die deutsch-sprechenden Afghanen und für ca. 4000 in Kabul arbeitenden und lebenden Deutschen vorgeführt, die bis Anfang der 70er Jahren die größte ausländische Gemeinde in Kabul bildeten. Für eine Uraufführung war der Kunstsaal des alten Hauptgebäudes im Alm Ganj Garten vorgesehen, der Anfang 1961 völlig abbrannte. Ab 1971 diente als Vorführungsraum die Mehrzweckshalle der Schule, die in Afghanistan als „Gymnasiam e Amani“ bekannt ist. Am 20.04. 2004 findet hier der offizielle Festakt des Jubiläums und der Übergabezeremonie der beiden Schulen, die mit Hilfe Deutschlands wiederaufgebaut sind.

Folgende Dramen, Lustspiele und Komödien wurden von den Schülern unter der Leitung eines Deutschlehrers, eines Germanisten, aufgeführt:

1957

Das dramatische Märchen „Traum auf Leben“, von Franz Grillparzer, gespielt von Dr. Said Abdullah Qaderipur in der 10. Klasse

1958

Tragikomödie „Der Kaufmann von Venedig“ von William Shakespeare, gespielt von Dr. Said Abdullaj Qaderipur in der 11. Klasse

1959

“Emilia Galloti” von Lessing, gespielt von Dr. med. Wahed Qari  in der Rolle des Vaters von Emilia Galotti  und von Dr. Said Abdullah Qaderipur spielte in der 12. Klasse die Rolle des Conti

1960

Ovids Metamorphosenpersiflage Pyramus und Thisbe, gespielt von den Schülern der Oberstufen 1958/1960

Kaum eine Geschichte hat solche Auswirkungen auf die Dramen der Literatur in der Amani-Oberrealschule wie die Persiflage, die auf Ovids Stoff zurückzuführen ist. Die Metamorphose von Pyramus und Thisbe war oft für die Schüler der Oberstufe ein Motiv, in dem sie ihren Gedanken freien Lauf ließen und sich mit verschiedenen Autoren dieser Verwandlungsgeschichte auseinander setzten konnten.

 

 

Bild von Mir Feisuddin Sadri :

 Namen und Rollen; sitzend von r n. l. Said Habib (Thisbe), Mir Feisuddin Sadri (Löwe) und Murad Ali Schendal (Amsel). Stehend von r. nach l.: Mehdi Popal (Wand), Mohammad Haschem Ahadi (Loch), Nur Mohammad Farzan (Fontäne) , Abdulah Mansurin(?), Mohammad Amin Barin (Bürgermeister) und Ahmad Ahmadi (König)

1961

Auf diesem Photo spielte Dr. Wahid Nadjafi die Rolle eines Pastors in Schillers Werk Wilhelm Tell. Daneben ist der inzwischen verstorbenen Herbert Häuser zu sehen.

 

 

Bild von Rahman Nadjafi

1962

Im Bild sehen Sie im schwarzen Anzug „Marschal“ Rasul, einen ehmaligen Schüler und Lehrer der Amani-Oberrealschule und neben ihm im weißen Kostüm steht Rahman Nadjafi, der die Hauptrolle, den Spaßmacher, spielte.

 

 

Bild von Dr. Meyer Ohme

1963

Dr. Najieb Ahmadjar , Jahrgang 1963 spielte im Werk von Berthold Brecht „Kaukasischer Kreidekreis“ die Rolle eines Soldaten.

 

 

1965

Original-Zaubermärchen „Der Verschwender“ von Ferdinand Jakob Raimund

Dr. med. Beryalei, spielte die Rolle des Geistes

 

1966

Lustspiel :Wehe dem, der lügt

1974

Theateraufführung

Goethes Faust

von Abiturienten 1974

 

1976

Hermann der Kannengießer, Hauptrolle gespielt von  Djamal Sadry

 

 

 

zusammengefasst von Dr. Mir Hafizuddin Sadri