Dari bzw. Deri und Farsi sind wirklich zwei verschiedene Sprachen?

afghan-aid

Dari ist die Sprache der Gelehrten

Dari ist Sprache des Hofs

Dari soll die Sprache des Tals sein?

 

 
 

Parsi, Farsi, Persisch Deri und  Dari

Terminologie, Klärung der wichtigen  Begriffe des Persischen

  • Ariana, Aryana , Erân, Aran, Arian, Arianam, Aria, Era, Iraj usw. sind die alten Bezeichnungen für Iran als iranisches Hochland. Die latinisierte Form von Ariana ist Arianæ  und griechische Form lautet Aρίανε. Im Ausland  waren die Fremdbezeichnung Persian, Persian Empire bzw. Persien.

 

 Teilungen in Ostgebieten "Ariana" erst 1856

"Afghan Land"

 

Tajikistan, Usbekistan, Turkmenistan (etwa 1857, 1958)

Entstehung Pakistan 1947

 

  • Bundahischn, Bundehesh oder Bundehesch (بندهشن, بندهش, zusammengesetzt aus Bun بن  bzw. Bunyad بنياد  und ehesh Existenz, heute astan, bedeutet Fundament des Lebens bzw. Entwicklung der Schöpfung. Bundehesh  besteht aus sechs Büchern ( Himmel, Wasser, Erde, Pflanzen, Tiere und Mensch)  soll in Bactra , ca. 30 km westlich von  Mazar i Scharif entfernt,  bei Zoroaster entstanden worden sein. Das Werk ist im Mittelpersischen bei den Sassaniden vor ca. 1500 Jahren verfasst worden, das auf Avesta bzw. Zend e Avestan (persisch: ژند اويستا)  zurückgeht. Es gibt zwei Fassungen, eine indische kurze Fassung  und eine iranische  ausführliche Fassung. Der deutsche Orientalist und Iranist, Ferdinand Justi, hat das Werk transkribiert, ins Deutsche übersetzt und glossiert. Dieser „Bundehesh“ erschien 1868.

  • Pārsī ye Bastani (پارسى باستانى Altpersisch) ist die Bezeichnung für die persische Sprache im Altertum (650 vor Christus bis Parthen bzw. Sassaniden). Latein für Parsi : Parsarum oder Persarum, Persica, Perses.

  • Pārsī Mianah oder Mianeh (پارسى ميانه Mittelpersisch oder Pahlavi, im Ausland auch Pahlevi, Pehlevi)  ist die  persische Sprache bei den Parthen und bis ca. 421 n. Chr. Bahram e Gour (Gour bedeutet hier Zoroastrier), der als 15. Shahanshah (شاهنشاه,  wie Kaiser oder"Großkönig", im Ausland auch Schah in Schah)  der Dynastie der Sassaniden, vom  ca. 421 bis 439  nach Christus  regierte. Die Bezeichnung Deri  ( درى europäische Schreibweise für Darī)  ist mit dem Namen dieses Kaisers verbunden. Ab dieser Zeit setzte sich der Name Deri durch und rückte die Sprache Pahlavi, die mittelpersische Sprache, in den Hintergrund. Deswegen wird Deri als neupersische Sprache bezeichnet. Auch diese neupersische Sprache ist 1500 Jahre alt. Persia ist die lateinische Bezeichnung  für Iran als iranisches Hochland bzw. Ariana

  • Shahanshah شاهنشاه und Shah ye Shahan شاه شاهان bedeutet  "König der Könige". Das Kaiserreich hatte ca. 21. Königreiche wie Kabulistan, Zabulistan, Mazandaran, Bakter (Balch bzw. Baktra),  Sogdiana, Aria, Kerman, Azarpadghan (heute Azarbaijan), Yazd, Kerman, Khorasem, Khorassan, Sistan, Belutschistan, Achroasia, Taloqan, Samangan, Kuhistan, Kurdistan usw.

  • Parsismus: Zoroastrismus wird im iranischen Hochland auch als Parsismus bezeichnet. Heute werden unter „Parsen“ die Anhänger des Zarathustra in Indien bezeichnet. Die Paschtunen d.h. die Afghanen, bzw. die Pathanen bezeichnen die Sprache Farsi in Afghanistan als Parsi und  ihre Sprecher als Parsiwan.

  • Jamجم)  ), artikuliert wie [Jamm a kurz]  ist die Abkürzung von Jamschied oder [Dschamschid]  soll ein prähistorischer, mythologischer Sonnenkönig der Peschdadi oder Kayaniden-Dynastien) sein.

  • Jām (جام ), ausgesprochen wie [Jaam a lang] bedeutet "Pokal", "Schale", Allegorie für eine halbe Welt.

  • Ajam (عجم ) ist die arabische Bezeichnung für die Iraner vor allem für die Sprecher der persischen Sprache. Möglicherweise steht dieser Begriff mit  Jām ye Jam in Verbindung. Wörtlich bedeutet Ajam "Sprechfehler" bzw. unverständlich Sprechen, oder "Stotterer"! Interpretierend  wird dieser Begriff ähnlich mit "Barbar" verglichen.

  • Yima auf avestisch ist eine Figur der iranischen Mythologie.

  • Yama Rāja, (Sanskrit यम Yama, bzw.  Yama-rāja (यमराज ) ist eine  hinduistische Todesgottheit. Die Autoren der afghanischen Administration  bezeichneten  يما پادشا " Yama Padscha"  (König Yama  "als erster König von Afghanistan". Hier haben diese Wissenschaftler sich einwenig über avestanische und vedische Variationen vertan.

  • Fārsī پارسى  ist die arabische Bezeichnung für persische Sprache. In den semitischen Grundalphabeten, insbesondere im arabischen Grundalphabet sind folgenden vier  Buchstaben d. h. Phoneme bzw. Laute nicht enthalten:  [​p]  wie Pater,  ​[g]​ wie Gustav (in Hebräisch und Ägyptisch selbst im Arabisch in Ägypten vorhanden), [ʒ]​  wie Journal, und []​ wie (Tsch) als Laute bzw. Phoneme. Seit der Islamisierung Irans (Iran ist Eigenbezeichnung, Persia oder Persien ist Fremdbezeichnung) wurden viele Begriffe mit obengenannten Buchstaben und Lauten statt  [p] mit [f] oder [b], statt g mit [g] Jim und statt mit tsch mit sch geschrieben. In den Anfangsjahren nach der Islamisierung und Verwendung der arabischen Schriftzeichen waren diese vier für indo-iranischen Sprachen charakteristischen Buchstaben noch nicht schriftlich erfunden. So wurde aus Pars (Provinz mit der Hauptstadt Shiraz) Fars und aus Parsi Farsi.

  •  Parsa bedeutet Alteingesessenen  und Parseh und Parsegard bedeutet (Persepolis). Persepolis wird als „Takht ye Jamschied“  تخت جمشيد  d.h. Thron von Jamschied bezeichnet. Das iranische Hochland bzw. alte Iran wird als جام جم  Jam ye Jam ( Pokal von Jamschied) bezeichnet.  Die Dichter der Sprache "Farsi ye Dari", also jene persische Dichter des alten Irans  (aus der permanenten Teilungen des Irans erst seit 1850er sind  Staaten wie Afghanistan, russische Einflussgebiete wie Turkmenien, Usbekistan, Tadschikistan usw. entstanden)  geboren, gewirkt und bekannt geworden sind: z.B. in Balch geborenen Dichter wie Naser e Khosrau oder Mawlana ye Rumi usw. Jaschn ye Jamschidi  (Fest von Jamschid ) als Synonyme für Nauroz-Fest gebrauchten.

  • Nauroz-Lied von Sängerin  Hangama und  Komponist und Sänger Wahid Qasemi 

https://www.youtube.com/watch?v=QeTepWqxRSI

Umschrift Deutsch

Original Farsi ye Dari

Hala Nauroz amad, Hala Nauroz amad

Jashne Jamschied ye ma gul afroz amad

Beeile dich, Nauroz (das Neujahr) kommt

Das mit Blumen geschmückte Fest von Jamschied kommt

هله نوروز آمد

جشن جمشيدى ما گل افروز آمد

Firdausi bzw. Ferdousi (* 920 - 1010) schreibt in Shahnamah bzw. Shahnameh, Buch 1 Jamschied folgendes :http://ganjoor.net/ferdousi/shahname/jamshid/sh1/

Umschrift Deutsch

Original Farsi ye Dari

Jahan anjuman shud bar an Takht o

 Shegefti foromandah az Bakht e o

Ba Jamschied bar Gohar afschandand

Maran Roz ra Roz ye Nau Khandand

Sar ye Sal ye Nau Hormuz Farwa(r)din

Bar Assudah Roi ye Zamin

Bozorgan ba Schadi biaarastand

Mai o Jam o RameshgaranKhasstand

Tschonin Jashn e Farokh  az aam Rozgat

Ba ma mand az an Khosrawan Yadgar

Seit dem 10. Mai 2010 ist Nauroz, Noroz, Nowruz usw.  auf Beschluss der 64. Generalversammlung der Vereinten Nationen als internationaler Nouruz-Tag anerkannt.

Die Welt versammelte sich bei seinem Throne

verwundert vor seiner Krone (i)

Jamschied haben sie mit Edelsteinen und Perlen  geschmückt

Tag seiner Krönung nannten sie den neuen Tag

Beginn des Neujahrs - Tag des Hormoz in Farwardin (ii)

auf der Erde war keine Sorge und Leid mehr

Die Ahnen schmückten freudig das Fest und ließen Wein und Pokal sowie Musikspieler bringen

So ein gesegnetes und  großartiges Fest haben sie uns von jener Zeit als Andenken vermacht.

(i) Glück

(ii) Name einer zoroastrischen Gottheit)
Farvardin ist das erste Monat des iranischen Sonnenjahrs (21.März bis 20.April).

https://www.openpetition.de/petition/online/berlin-dezember-2014-anerkennung-des-neujahrsfestes-nowruz-in-deutschland-2-phase

 

جهان انجمن شد بر آن تخت او

شگفتی فرومانده از بخت او

به جمشید بر گوهر افشاندند

مران روز را روز نو خواندند

سر سال نو هرمز فرودین

برآسوده از رنج روی زمین

بزرگان به شادی بیاراستند

می و جام و رامشگران خواستند

چنین جشن فرخ ازان روزگار

به ما ماند ازان خسروان یادگار

 Das iranische Fest wird auf der Balkanhalbinsel, in der Schwarzmeerregion, im Kaukasus, in Zentralasien und im Nahen Osten gefeiert wird“. Am 30. September 2009 hatte die UNESCO den Nouruz-Tag in die Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen.

  • Iwan (persisch: ایوان)  ist ein wichtiger Teil eines Palastes, also die Audienzhalle bzw. das nischenartige Gewölbe beim Eingangstür des  königlichen Hofes. Diese ca. 3000jährige Architektur finden wir bei Bauten der Sassaniden z.B.  in  "Stadt von Gour", (zoroastrische Stadt heute Firuzabad ),  aber auch bei blauen Moschen in Großraum von Khorassan z.B. in Fars, Isfahan, Merv, Maschad, Herat, Mazar i Sharif, Samarkand und Buchara.

  • Deri (persisch (  درى  ist eine Variation der Transkription für neupersische Sprache, benutzt zwischen 1507 bis 1964 in Europa, insbesondere in lateinischen  Schriften sowie in Englisch und Deutsch. Mit diakritischen Zeichen des Arabischen sieht Deri so (دٙرٙى )  aus.   

  • Darī )persisch  درى) ist die lateinische Transkription für neupersische Sprache, benutzt  in Europa erst ab 1964. Mit diakritischen Zeichen des Arabischen sieht Deri so (دٙرٙى)  aus. Afghanistan verwendet seit 1964 die lateinische Umschrift  Darī !

  • Bei den obigen Darstellungen hat Dari in  Originalschrift keine abweichende Schreibweise, während die transkribierten Schreibweisen  in lateinischer Umschrift verschieden sind.

  • Sowohl Der  (persisch در  )  veraltete europäische Transkription, als auch Dar  (persisch در  ) bedeuteten „Tür , Tor, Pforte, Porta, Porte, door  betreffend“. (Ferdinand Justi 1868, S. 138)

  • Dar (persisch در  ) Gebirgspaß,

  • Dar o Panjarah دروپنجره Fenster mit fünf Fensterladen, vertikal verschiebbar

  • Dar [Dɑr] دار bedeutet  Galgen bzw. Rahmen der Tür ohne Türblatt. Im türkischen heißt  Darağacı.

  • Bandar (بندر ), ”Band”  wird vom Verb "bastan" (binden) abgeleitet und  bedeutet "schließen" oder befestigen  + Dar  (Tür bzw. Tor). Bandar bedeutet "geschlossene Tür" hier  „Grenze“ bzw. „ Hafen“ z.B. Bander ye Abbas oder Bandar ye Patan in Indien. In Hindi wird (in Devanagari also Sprache von Diwan बन्दरगाह Bandaragāha = Ort des Hafens) bezeichnet.  

  • Darband دربند, Türriegel, Arch; yak darband Auli mesetanam  oder mekharam   ;يک دربند حولى مى ستانم يا مى خرم)wörtlich: Ich kaufe einen Türriegel Hof ) Deutsch: "Ich kaufe ein Einfamilienhaus"

  • Dadar دادر bedeutet Bruder; heute „Brader“, im Iran auch in Volksmund "dadasch", in Afghanistan auch "brarr"

  • Dar bedeutet auch Haus, Wohnung z.B. „Dar ul Salam“ (Stadt). „Dar ul Mahlemin“ (Lehrerausbildungsstätte), Dar ul Ulom" (Universität), Dar ul Zarb" oder Zarb-Khana  (Münzprägungsanstalt)

  • dar دار  ist Präsens bzw. Imperativ von Verb dashtan (haben)

  • dar   درist Präposition  in bzw. auf

  • Darb  درب  Tür, Porte

  • Darb  درب   enge Straße

  • Darbar  دربار kaiserlicher Hof, Residenz des Königs, Audienz, Empfangssaal, "Auli" (Persisch: Hof des Hauses, Deutsch: Aula, Latein  aulica : "Deri est Linguae aulica"

  • Gāh (Persisch,  Sanskrit: gāha) bedeutet in indo-iranischen Sprachen wie " Ort  von ". z.B. Daneshgah ("Ort des Wissens" d.h. die Universität oder Lashkargah  bedeutet "Ort der Armee" und zugleich ein Ortsname in Afghanistan z.B.  Gozargah (Name eines Stadtteils von Kabul) .

  • Dargah درگاه   (Dar = Tür und Gah = Ort) bedeutet Portal und Schwelle. Heute insbesondere in der islamischen Sufi-Ordnung bedeutet Dargah ein Schrein der Heiligen bzw. Schrein der  großen Dichtern der Sufi besonders in Indien दरगाह (फ़ारसी: درگاه या درگه: दरगाह). Ferdinand Justi (1868, S. 139)

  • Auli (persisch حولى) bedeutet Hof des Hauses und es  ist mit Aula und aulica verwandt.

  • Darwesh  درويش zusammengesetzt aus dem Wort  در "Dar" (Tür) und dem  Adjektiv  ويش "wesh" bzw.  "vish"  (viel, mehr) und bezeichnet  einen Mann , der von Tür zu Tür d.h. zu vielen Türen geht und singt und dafür Geld bekommt. Seit des islamischen Sufismus und insbesondere seit Mawlana Jalaluddin Mohammad Balchi bzw. Rumi gibt es nebst singenden Darwischen auch tanzenden Darwische. Musik und Musikinstrumente, die normalerweise bei islamischen Fundamentalismus verpönt  sind, werden von den islamischen Sufi-Schulen als Tür bzw. Tor  bzw. Schwelle von "Dostan" دوستان (Dostan = Freunde und Dostan als zwei Stan ( zwei Länder) interpretiert: diesseits und jenseits.  ( Es gibt auch mehrere Schreibweise: Derwesh.  Darwīsch, därwīsch) bzw. Derwisch. (Ferdinand Justi 1868, S. 139, 262, 266 )

  • Dara  دارا bedeutet wohlhabend und reich.

  • Dɑra دارا  ist der Name von Darius der Große. Dara bedeutet Beschützer, auch Dari genannt.

  • Dari [Dɑri] bzw. [Dɑrij] sind die lateinischen Namen von Darius [Dɑrius], drei  Großkönige bzw. Shahanschah der Dynastie der Achämeniden.

  • Stan (ستان) bedeutet Ort des bzw.  (Land des , Provinz des)

  • Feghan oder Fughan  oder Fighan (ist ein arabisches Wort und Singular  von Afghan  ( فغان. Nach dem englisch-arabisch-persischen Wörterbuch von John Richardson (1777)  bedeutet afghan (افغان)  "Jammer",  "Schrei" und "Wehklage".

  • Afghan (افغان) ist ein arabisches Synonym für Paschtun. Pathan ist ein indisches Synonym für Paschtun. Viele Paschtunen sind ebenfalls der Auffassung, dass der Begriff "Afghan" nicht geeignet ist für eine sog. nationale Identifikation, Identität und Nationalbildung. Diese Bezeichnung ist kontraproduktiv für die Einheit aller Völker, Nationalitäten und gesellschaftlichen und sozialen sprachlichen und ethnischen Gruppierungen.
    Adam Khan Yossufzai schreibt: Pashtu/Persisch: پدي کې شک نشته چی افغانستان يا خراسان کی دننه د "افغان" کلمه دملي هويت حيثيت نه دی موندلی
     
    درين هيچ شكي موجود نيست كه درداخل افغانستان يا خراسان كلمهِ “افغان حيثيت ملي بخود نگرفته است
     :auf DeutschEs ist offensichtlich, dass die Bezeichnung  "Afghan" in Afghanistan bzw. Khorassan nicht für die Bildung einer nationalen Identität geeignet ist. Siehe auch: http://wakilahmad.blogfa.com/1391/09 https://de.wikipedia.org/wiki/Malala_Yousafzai#Name

  • Paschtu bzw. Pakhtu oder Pascho (persisch: پشتو und Pschtu-Schrift:  پښتو) ist eine indo-iranische Sprache mit überwiegend reichen oralen literarischen Überlieferungen. In Paschtu sind  viele Wörter der persischen Sprache  ursprünglich, auch nach der Arabisierung der Schrift erhalten geblieben. Paschtunen sagen zu Persisch nicht Farsi, sondern Parsi.  Pazhwak bedeutet in Persisch und Paschto (Echo), in Farsi heute "Enekass" (Arabisch), Statt Paighor (Paschtu) und Paigar (Persisch ) für Kritik, Einwand und Vorwurf, benutzen die Sprecher heute das Wort Enteqad, arabisch für Kritik.  Besonders sind die Zweizeiler "Landai" bzw. "Landi" typisch für die Dichtung der Sprache PaschtoHier werden Liebe, Minna (Paschtu für Liebe) , Heimatliebe, Frühling, Freiheit gelobt. Normalerweise  sangen Frauen  diese Lieder für ihre Helden. Paschtun ist  historisch etymologisch von "Pust e ass"  (Rücken des Rosses)  zu tun, also wie Ritter. Tatsächlich sind die Zweizeiler in gewisser Weise mit dem Minnesang der deutschen Sprache ähnlich. Ansonsten beschäftigt sich das  überwiegende Teil  der  Literatur des  Paschto bis auf Gedichte von Abdul Rahman Mohmand mit Widerstand, Kampf, Macht  und Staatsgründung, Heldenhaftigkeit, Ehre und Stolz.

 HenryGeorge RavertyA grammar of the Pukhto, Pushto, or language of the Afgháns [...],  1855, Calcutta, S. 13

https://books.google.at/books?id=Wr8OAAAAQAAJ&printsec=frontcover&dq=A+grammar+of+the+Pukhto,+Pushto,+or+language+of+the+Afgh%C3%A1ns+Cover+Henry+George+Raverty+1855&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjL_6umyfrJAhUmJnIKHdT3BZcQ6AEIGzAA#v=onepage&q=A%20grammar%20of%20the%20Pukhto%2C%20Pushto%2C%20or%20language%20of%20the%20Afgh%C3%A1ns%20Cover%20Henry%20George%20Raverty%201855&f=false

afghān  bedeutet  Lamentation, groaning.  Alas! پشتو Pashtu the afghān language

John Richardson (1810). Sir Charles Wilkins, David Hopkins, ed. A vocabulary, Persian, Arabic, and English: abridged from the quarto edition of Richardson's dictionary. Printed for F. and C. Rivingson. S. 54.

afghan (افغان)

Im Jahre 1777 und 1810 kommt der Name Afghanistan nicht vor, da ein Land unter diesem Namen nicht existierte.

 

hier Fighan bedeutet Complaint, clamour (Vokale werden nicht geschrieben, sondern nur artikuliert)

afghan

Richardson, John. (Erstausgabe 1777). A Dictionary, Persian, Arabic, and English. Oxford: Clarendon Press.

Steingass, Francis Joseph. A Comprehensive Persian-English dictionary, including the Arabic words and phrases to be met with in Persian literature. London: Routledge & K. Paul, 1892.

afghan (افغان)

 

Said Jamaludin Al Afghani: Tatimmat al-bayan fi tarikh al-Afghan, Ägypten 1901, S. 13 ff;  Al Afghani, der auch als Assadabadi bekannt ist,  schreibt in seinem Werk  Tatimmat al-bayan fi tarikh al-Afghan (Folge-Erklärungen über die Geschichte der Afghanen ,auf Arabisch, weswegen Afghan "Schrei", "Wehklage",  "Jammer" und "Lamentieren" bedeutet. Der Grund liegt auf Folter-Praktiken von Bacht u Nassar بخت نصر (Nebuchadnezzar II) , König von Babylon.

 

In Farsi wird Darius „Dara“ genannt. Darius I (König der Könige) versuchte in seinem ca. 7  Mio. qkm großen Reich bzw. in den jeweiligen Königshöfen seines Imperiums eine völkerübergreifende Hofsprache d.h.  Zaban e Darbari [Dɐrbɑri]  oder Divani (indo-iranisch, [Sanskrit: देवनागरी, devanāgarī]  zu entwickeln.

Diwan stammt aus diesem indo-iranisches Wort. Ihm ist es allerdings nicht ganz gelungen, eine bundesiranischen Hochsprache im iranischen Hochland durchzusetzen.

Viele bringen Dari und Darius in einem Zusammenhang, so dass Dari von  Darius abgeleitet worden sein soll. (Vgl. Conrad Schetter, 2003).[1]

Darrah  (überwiegend in Afghanistan) bzw. Darreh (überwiegend im Land Iran) mit gleicher Schreibweise (دره  ) mit Taschdid d.h. Verdoppelung r  درٓه) bedeutet Tal.[2] Allerdings wird “ h“ [he]  bei Muttersprachlern der persischen Sprache in westlichen und östlichen Regionen des iranischen Hochlands nicht immer ausgesprochen. Statt ha und he wird [a] und [e]  artikuliert. Bespiele  Khanah (خانه)  für Haus wird  z.B. in Osten Afghanistan Khanah   bzw. Khana und in westlichen  Regionen der iranischen Platte Khaneh bzw. Khane  akzentuiert, obwohl die Buchstabe He gerdak = rundes he ( Persisch: ہ ) am Wortende  und  he Do Tscheschm (he zweiäugig)  (persisch: Wortanfang als Buchstabe) überall im iranischen Hochland  allein geschrieben als he ausgesprochen wird.

 

Suffixe und Verbindungszeichen wie [i], [e] und [ye]

 Das Suffix ( persisch: ى) [ i] wird in fast allen indo-iranischen Sprachen als  „betreffend“ oder  z.B. „Sprache des…“  bezeichnet. Hindi bedeutet hier Sprache  (Indien)  insbesondere die persischen Hofsprache im Nordindien (heute Pakistan bis Delhi) in den Zeiten der persischen Dynastien und bei Großmoguls.: Kabul (persisch کابل) + i = Kabuli (persisch کابلى). Kabuli bedeutet Bewohner von Kabul, aber auch die Sprache der Kabulianer, hier Mundart von Kabul. In indo-iranischen Sprachen  z.B. in Sanskrit und  Urdu auch Hindi genannt, (siehe auch Bihari, Bhili, Bhojpuri, Kashmiri, Konkani, Marathi, Nepali, Newari, Sindhi und Sandhi, Pakistani, Tajiki, Afghani (Sprache der Paschtunen) wird das Suffix i oder ye oder e für Genitivbildung gebraucht. Bihar (indisch) und Bahar bedeutet Frühling bzw. Wiedergeburt der Natur.

Kashmir + i = Kashmini bedeutet Bewohner aus Kaschmir und Sprache von Kaschmir

 Mazar e Sharif  richtig Mazar ye Sharif (persisch  مزار شريف) bedeutet „Grab des Edlen“. Hier ist zwar „e“ ein Zeichen der Genitivbildung,  jedoch wird es auch  attributiv als „heiliges Grab“ übersetzt,  genauso wie Quran e Sharif (Heiliges Koran). In Europa wird das Verbindungszeichen ebenfalls mit [i]  geschrieben: Mazar i Sharif.

Sollte das erste Wort bei einer Genitivbildung bereits ein Suffix ( persisch  ى) [i] enthalten, wird den Fall Genetiv  mit [ye] artikuliert z.B. „Parsi ye Darbari“ (پارسى دربارى)  oder Farsi ye Darbari (فارسى دربارى). Die letzten Phoneme bzw. Nachsilben werden zwar nicht geschrieben, aber auf jeden Fall artikuliert. Das Wort [bar] ist eine Kürzung des Wortes „baryab“ und bedeutet Audienz beim königlichen Hof.

Afghanistan wird  in arabischen und indo-iranischen Sprachen niemals Afghanistan (افغانستان) ausgesprochen, sondern [Afʁanestan]“. [gh] wird wie r [ ʁ]  zwischen stimmhaftem velaren Frikativ und stimmhaftem uvularen Frikativ, französisch bzw. norddeutsch [ r]  in wäre ausgesprochen.

Die Bezeichnung Dari ist niemals aus Darrah bzw. Darra  (Tal) abgeleitet worden, da das Wort mit einem Vokal endet. Das Suffix i als Genetivzeichen bzw.  als „betreffend zu“  wird in diesem Fall mit Suffix  [hawi] oder [a'i] oder wi  endet. z.B. Dara wird dann mit وى wi oder اى z. B. Darawi درهوى oder Darra’i دره اى gebildet. Siehe auch Mawlana Abdul Qader Bidil Dehlawi (aus Delhi)[3] Allerdings wurde  Dar [ in Form von Eingangstor des Tals gebraucht worden, heute wird dazu Gardaneh,  Gozargah bzw. Kuhtal (Bergdelle) benannt. 

Ferner soll eine Hofsprache z.B. Farsi ye Dari oder wie Conrad Schetter Farsi als  „lingua franca“ bezeichnete,  keineswegs in einem Tal entstanden worden sein, sondern in einer historischen Region z.B. Baktrien und dessen Stadt Balch bzw. Baktra oder Balch e Bamiyani, oder in der Provinz Pars (heute Fars), aber auch in Ghanza und Mahshad,  Era (Harawia  historischer Name von heutiger Provinz und Stadt Herat) also in den Wiegen der iranischen Zivilisation entstanden oder verbreitet worden sein, verbunden mit religiösen und literarischen Reformation. Persische Dichter  - von Hammer-Purgstall schreibt von ca. "zweihundert Dichter"  - trugen am Ende des ersten Jahrtausends  zur Entstehung einer Renaissance im iranischen Kulturkreis bei.

 Schließlich ist das neue  Hochdeutsche  auch nicht den Bergen und Tälern von Bayern und woanders entstanden, sondern in der sächsischen Kanzleisprache, nachdem  Martin Luther  im Rahmen seines „Pro Test“ die Bibel in seine geliebte Sprache übersetzte und  nach einer Weile die protestantischen Pfarrer auf die Altare der Neukirche auf Deutsch predigten  und somit die Voraussetzungen einer neueren deutschen Sprache und Literatur geschaffen hat. Diese Sprache wurde auch in den Höfen der preußischen Könige und Kaiser gepflegt worden. Königshöfe im iranischen Hochland oder Iran oder Ariana oder Persien bzw. im Persischen Reich  und selbst außerhalb des iranischen Hochlands z.B. in Indien förderten die persische Sprache, obwohl eine Vielzahl von Königen nicht aus einer persischen Familie bzw. Muttersprachler der Sprache Farsi oder Deri bzw. Dari stammten:

Höfe und Sprache des Hofs im Iran bzw. Ariana, bzw. Ajem.

  • Sassaniden: Erfinder der Sprache des Parsi ye Deri (heute wird Farsi ye Dari genannt, Hauptstadt Parthia)

  • Samaniden : Der Herrscher  förderten Persisch.  Im Hofe der Samaniden  waren zahlreiche Dichter, die Meisterwerke schrieben. In Balch, Samarqamd, Buchara usw. lebten die Dichter der persischen Sprache mit dem arabischen Schrift (Neupersisch, auch Dari genannt). Der erste Dichter und Verfasser von Panjtantra ("Fünf Buch bzw. Gewebe" arabisch Kalila o Dimna) in gebundener Sprache war Rudaki ye Samarkandi. Er hat den indo-iranischen Stoff aus Sanskrit und Mittelpersisch in neupersische Sprache in gebundener Sprache, in Versform, übertragen.

  • Saffariden Yakub Leith Saffar führte die Sprache Dari wieder ein, nachdem sein Wesir mit ihm in Arabisch gesprochen hat. Er  soll darauf gesagt haben, sprich mit mir Dari.

  • Ghaznaviden (Iran, Hindukush,  Tadschikistan, Nordindien ) Mahmud von Ghazna war selbst Turaner und nicht Iraner, sprach aber Parsi ye Deri.  Auch in der deutschen Literatur wird behauptet, dass im Hofe von Ghaznawiden über 400 Wissenschaftler und  Dichter lebten, die aus allen Ecken und Enden des iranischen Kaiserreichs in Ghazni kamen.

  • Seldschuken : Die persische Literatur und Dichtkunst wurde von den Herrschern der Seldschuken großzügig gefördert, obwohl sie selber türkisch waren.

  • Timoriden  (heute Iran, Afghanistan, Pakistan, Tadschikistan)  sprachen im Hof Persisch des königlichen Hofs nämlich Farsi ye Deri. Hier wird behauptet, dass ca. 100 Dichter am  Hofe gefördert wurden.

  • Safawiden (heute Iran, Azarbaijan, Türkei, Irak, Hindukush).  Bisher war die Dichtform Dari-Reimordnung.

  • Persische Sultanate in Indien  (Hofsprache Persisch), Dichtform bzw. Versform nicht mehr Dari, sondern Hindi.

  • Baburiden bzw. Großmogul (Hofsprache Persisch, "Dichtform Hindi"

 Und  schließlich das Wort Iran ist nicht vergessen zu erwähnen:

Iran (ايران)  und Afghanistan (افغانستان) werden mit gleichem Anfangsbuchstabe Alef (im Ausland Alif ] bzw. [A] geschrieben. Da  A in Afghanistan vor Konsonant steht, so wird A ausgesprochen, aber  im Iran steht A vor  Vokal Ya ي  [J, I]. Deswegen wird Iran ausgesprochen.  (آريانا) Auch hier steht A (lang)  vor Konsonant.

„Iran“ (persisch:  ايران)  ist eine Eigenbezeichnung für das Land, in dem Irani ha (ايرانى ها) oder Inaner ( ايرانيان) leben.

Afghanistan  ( افغانستان ) hat zwei Bedeutungen wörtlich und strategisch politisch.

Ariana, Aryana , Erân, Aran, Arian, Arianam, Aria, Era, Iraj, Ajm Tadschik, Tazik,Tajik, Persia, Persis  siehe: Angelo á. S. Joseph, 1684, S. 199

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Strabon: ( 63 v. Chr.-  23 n. Chr.),  lat. Strabo war ein antiker griechischer Geschichtsschreiber und Geograph

Der alte Name von Iran heißt Ariana.

So sah die Weltkarte von Jesus aus

 

Landkarte nach Eratosthenes , Geograph, Universalwissenschaftler (273 -194 v. Chr.)

hhttps://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e8/Mappa_di_Eratostene.jpg

Afghanistan als Gebiet der Paschtunen :  Afghan Stan ( افغان ستان ) und Stan ye Afghan   (ستان افغان ) , beide Bezeichnungen sind  Fremdbezeichnungen. Die Eigenbezeichnung des Landes der  "Afghanen" heißt: Pakhtunkhwa  (Paschtunen-Seite oder Paschtunenboden. (Grenzgebiet zwischen Iran und Indien vor 1856)

  • "Afghanistan" wird  der Name des Gebietes  viel später faktisch nach Tod des Enkels von Ahmad Khan Abdali genannt. Der Paschtune Ahmad Khan Abdali (heute wird er Ahmad Shah Durani oder "Ahmad Schah Baba" genannt) hat im Jahre 1747 in Kandahar den Saltanat ye Durani (gemäß tschdid r doppelt: Dynastie der Durrani )  aufbaute. Der Name des Landes war - historisch belegt nicht Afghanistan und es gab auch keine "Landkarte von Afghanistan" bis Mitte des 19. Jahrhunderts. "Khorasan ye Kabir und Gebiete oberhalb des Oxus" lautete die Gebiete seines Reiches.  Ahmad Khan Abdali (* 1722  die Familie stammt aus Multan (heute Pakistan, bzw. Pakhtunkwa) und  in Herat geboren, diente  in Mashhad  im Jahre 1737 als Soldat am Hofe des iranischen Kaisers Nader Schah Afschar. Nader Shah Afschar war sein Gönner, so dass er schnell in Kaisers  Leibgarde eine Art Karriere als General (nach einigen Quellen als Leibwache von Nader Afschar) machte. Sein Sohn Temor Shah ist in Mashhad (Hauptstadt  der Provinz Khorassan und auch Hauptstadt des Irans damals) geboren. Sein Sohn Temor war mit der Enkeltochter seines Kaisers verheiratet. Nach dem Tod seines Gönners im Jahre 1747 ist er nach Kandaher zurückgekehrt und wurde dort König von Khorassan. Die Bezeichnung Afghanistan als Staat  bzw. Land habe ich vergeblich gesucht.  (Diese Tatsachen haben die staatstragenden Paschtunen aus der Geschichte des Landes wie den Begriff Farsi getilgt, genauso wie die Lücken der Photos der Sowjets und der chinesischen Kommunisten!! In Schulbüchern wird Ahmad Khan Durrani als Begründer von Afghanistan bezeichnet. Ahmad Khan ermögliche die paschtunische bzw. afghanische Machtübernahme. Das Land hieß bis Shah Schoja (Enkel des Begründer des  Durrani-Reiches gerade nicht Afghanistan, sondern "Großkhorasan und abhängige Gebiete oberhalb von Oxus".  Seit 218 Jahren haben Paschtunen bzw. Afghanen keinen eigenen Land und keinen funktionsfähigen Staat. In Tausend Jahren wird Afghanistan unsicher, instabil bleiben auf Tropf von dieser und jener Großmacht angewiesen. Aber solche und ähnliche Tricks und Betrugs, Lug und Trug scheinen diejenige zu machen, die wirklich hilflos sind. Somit "verkohlen" sie ihre Bürger! Ich habe wegen ihrer Manipulationen, Anwendung von zahlreichen Tricks und Tücke kein Vertrauen zu den heutigen Staatstragenden.

  • Der Begriff "afghan land" soll erst im Jahre 1801 in einem Vertrag zwischen England und Iran (von England Persia) vorgekommen worden sein. Doch der Gouverneur der United Kingdom Mount Stuart Elphinstone  schrieb  1815  ein Buch über  "Kingdom of Cabul" und sagte: "die Regionen, die ich hier beschreibe, nenne ich Afghanistan". Und damit ist die Geburt des Landes Afghanistan eingeleitet!  1856  ist das Land mit dem Namen Iran per Grenzziehung geteilt.  Aufgrund dieser Grenzziehung und auf Druck von  England  ist der Staat "Kingdom of Caboul" entstanden worden. Der Staat  unter dem Namen Afghanistan ist schließlich nach sog-  Völkerrecht erst 1919 von Sowjetunion und Deutschland anerkannt worden. Aus diesem Grunde gibt es mehrere nationale Hymnen, Flaggen, Fahnen und Wappen, als Afghanistan Völker und Nationalitäten hat.

Das Ort-Suffix an  bedeutet ungefähr Ort, Land,  Platz. Der Leser möge selbst die Landkarten vom Iran, Afghanistan, Pakistan und Tadschikistan sehen, wie viele Tausenden von Provinzen, Städten und Bezirken mit an enden, genauso wie z. B. in Deutschland  oder in den Niederlanden die Städten mit Suffix en enden.[4]

 

Unter der Bezeichnung "Deri" wurde in dem europäischen Sprachenraum also in  Latein, Italienisch,  Englisch und besonders in der deutschen Literatur bis 1964 die  Hofsprache des Persischen verstanden. [5]

Unter der Bezeichnung „Darī“ wird ab 1964 in Europa die sogenannte „persische Dialekt“ in Afghanistan verstanden.

Die Professorin für Linguistik,  Dr. Christine Nölle-Karimi, die im Iran und in Afghanistan forschte, ist der Auffassung, dass es „keine Unterschiede zwischen ‚Fārsī‘ und ‚ Darī ‘ gibt und schreibt:

„Im Jahr 1964 wurde unter der königlichen Regentschaft von Mohammad Zahir der offizielle Name der afghanischen Landessprache von . Fārsī (فارسی) in Darī (درى) umbenannt. […] Persisch gehört zum iranischen Zweig der indoeuropäischen Sprachfamilie und wird als Amts- und Kultursprache im Iran, Afghanistan und Tadschikistan geführt.„[6]

 
  Nach dem Motto, wenn man etwas von einem nimmt, sollte man etwas anderes geben. In 60er Jahren gab es Rufe und Forderung nach Demokratie und  Parlamentarismus. Der König Mohammad Zahir Khan entließ  im Jahr 1963 seinen Vetter Prinz Daud Khan als Ministerpräsident Afghanistan  und ernannte Dr. Jussuf, einen Nichtpaschtunen und Sprecher der persischen Sprache als Ministerpräsidenten und ließ ihn von seinem Parlament und Grundgesetz legitimieren lassen. Von seiner großen Stammesversammlung (Loya Jirga – Paschtu Loya = groß und Jirga, abgeleitet vom Jurte altaisch-mongolisch Zelt ; in einem solchen Zelt ist  Dschinges Khan  zum Khan der Khanate ausgewählt worden) wurde ein Grundgesetz[7] (Qanun Assassi , ausgesprochen Qanun ye Assassi) ratifiziert worden, in der die Bezeichnung "Fārsī" getilgt werden sollte und statt derer ihr Adjektiv  nämlich „Darī“ als offizielle Bezeichnung der königlichen Staats- und Hofsprache  geführt wird. So wurden unsere Lesebücher, die bis jetzt „Qerahat ye Fārsī hießen zunächst in Qerahat ye  Fārsī ye Darī [8] und  Anfang der 70er Jahren wurden sie nur noch Qerahat ye Darī betitelt, Bücher also, die von den gleichen Autoren verfasst worden waren. [9]

Die paschtunischen bzw. afghanischen staatlichen  haben  aus nationalistischen Erwägungen von solcher List, Täuschung und Irreführung und Betrug Gebrauch gemacht. Erleben  von Tricks und Tücke, Lug und Trug während der jungen Jahren kann ich  nie vergessen und verzeihen.  Hier wurde die Sprache Farsi in Deri nicht geändert, sondern  die Bezeichnung Farsi getilgt und lediglich den Beiname von Farsi nämlich "Dari"  als offizielle Sprache in Afghanistan erklärt.

Wie auch immer,

1. Eine Definition für  Dari  kann ohne die Persische Sprache nicht möglich sein.

2. Dari oder Deri ist die Bezeichnung für Hochsprache von Farsi und kommt zwar selten vor. Farsi hat diverse Mundarten. Dari ist keine Mundart!.

3. Paschtunische Staatsführung in Afghanistan hat mit der Tilgung von Farsi  und die Bezeichnung Dari, also eine Hoch- und Standardsprache, als eine Dialekt, als eine Mundart praktisch als sein Gegensatz umgedreht, pervertiert.

 

Qerahat ye Farsi

Sonnenjahr 1342, entspricht dem1963 n.Chr.

Qerahat ye  Dari,

Sonnenjahr 1350, entspricht dem 1971 n. Chr.

 Ketab ye  Doum ye  Farsi

Buch II Farsi, gemeint für zweiten Jahrgang.  genehmigt vom Obersten Gericht Afghanistan, Kabul

Geschichte der  Sprache Farsi ye Dari

 

http://92.50.2.210/database/BookImages/89/89121060.jpg

 

Parsi bzw. Farsi ist der Name der persischen Sprache. Deri bzw. Dari ist ein Eigenschaftswort, eine Art Beiname!

 Als Antwort auf die Tilgung der Bezeichnung "Farsi" durch die Regierung des König Zahir Schah 1964 verfasste der Dichter Qahar ye Assi dieses Gedicht in Farsi ye Dari: Das Gedicht wurde von den Sängern/innen, Afghanistan, Tadschikistan und Iran unter dem englischen Titel Persian is our heart دل ماست پارسی Персидский наше сердце besungen.

 
Original  und Umschrift Latein Deutsch Terminologie

 

گل نیست ماه نیست دل ماست پارسی

Gul nest mah nest del ye ma ast Parsi

غوغای کوه ترنم دریاست پارسی

Ghawgha ye Kuh tarnam darya st Parsi

از آفتاب معجزه بر دوش می کشد

Az Aftab mojezeh bar dush me kashad

رو بر مراد و روی به فرداست پارسی

Ru ba Murad o Roy be farda st Parsi

از شام تا به کاشعر از سند تا خجند

Az Sham ta ba Kashgar az Sindh ta ba Khujand

آیینه دار عالم بالاست پارسی

Ayenadar alam bala st Parsi

تاریخ را وثیقه سبز شکوه را

Tarikh ra wasiqa ye zabs e Shekwa ra

خون من و کلام مطلاست پارسی

Khon e man o kalam e Motala st Parsi

روح بزرگ و طبل خراسانیان پاک

Roh ye bozorg o Tabl e Khorassanian e pak

چتر شرف چراغ مسیحاست پارسی

Chatr e sharaf Cheragh e Massiah st Pari

تصویر را مغازله را و ترانه را

Tswir ra Moghaze la ra o tarana ra

جغرافیای معنوی ماست پارسی

Jorghiafia e manawi e ma st Parsi

سرسخت در حماسه و هموار در سرود

Sar sakht dar Hamasa o Hamwar dar Surud

پیدا بود از این که چه زیباست پارسی

Paid bowad az een ke che zibast Parsi

 

Parsi (1) ist nicht Blume und Aphrodite

s ist unser Herz (unsere Liebe)  

 

Parsi ist das Meeres Rauschen und das Echo des Berges Gipfel

Es trägt die Sonnenwunder (2)   auf seines  Hauptes Zipfel

 

Parsi verheißt  Hoffnung und Zuversicht für die Zukunft

Es ist der Spiegelhalter einer  Hochkultur in der Welt

 

Die Geschichte verkündet allenthalben von  Sham (3) bis Kashgar (4)

von Sindh (5) bis Khujand (6), für ein prosperierendes Vermächtnis

 

Sein Glanz  ist mein Lebenssaft, sein Wort mein Schatz

Parsi ist die große Kraft der schöpferischen Vernunft und

 

der Gesang der  noblen Bewohner des Landes der Sonne  (7)

Parsi ist Schutz der Würde, es ist das Licht des Messias (8)

 

Schau das Bildnis, höre die Hymnen und die Lieder des Parsi

Es ist die Versinnbildlichung unserer geistigen Geographie (9)

 

Stark  in der Epik und sanft in der Lyrik

Dies zeigt nur das-  wie euphonisch  ist der Wohlklang des Parsi

 

1) Parsi  ist der alte Name  von Farsi bzw. Dari (deutsch Persisch)

(2) Sonnenwunder  Marienerscheinung bzw. Fatima

 (3) Sham = Syrien

   (4) Kashgar (Ort und Berg China gar bzw. ghar=Berg oder Berghöhle) http://en.wikipedia.org/wiki/Kashgar_Prefecture

   (5)  Sindh (Indien bzw.  Fluß Sindh wörtl. „Ozean“)

 (6) Khujand (http://en.wikipedia.org/wiki/Khujand - berühmt das Panjshanbe Bazar = Bazar in Donnerstag )

   (7) Bewohner von Khorassan (http://de.wikipedia.org/wiki/Chorasan )

   (8) Messia = Retter

   (9) Geographie = Kultur- und Sprachkreis des iranischen Hochlands

 

  Conrad Schetter erklärt (Zitat als Bild), warum die afghanischen Wissenschaftler wegen dieses übertriebenen Nationalismus die Tilgung der Bezeichnung Farsi herbeiführten, die ihnen bisher nicht gelungen ist.  

In  der  Einleitung seines Buches schreibt Conrad Schetter (2003):

„Afghanistan wähle ich – nicht uneigennützig – in einer Linie aufgrund meiner langzeitigen Beschäftigung mit dieser Region aus. Nicht unerheblich dürfte auch die Tatsache sein, dass ich des Persischen, der lingua franca Afghanistans, mächtig bin“ [10]

 

„Er schreibt weiter:

 „Die wichtigsten sprachlichen Grenzen verlaufen zwischen persischen (auch Darī oder Fārsī) genannt. […]   Dari ist die lingua franca Afghanistans. [..] Doch ist Dari wiederum in sich nicht einheitlich.“  [11]

Conrad Schetter bringt König Zaher Shah (1933-1972) als Beispiel eines Paschtunen-Königs, der kein Paschtu beherrschte. Er schreibt:
„Das wohl prominenteste Beispiel stellt Zahir Š
āh, der letzte afghanische König, dar, der nur Darī spricht und Paštū kaum versteht.“ [12]

Diesen paštūnischen Nationalismus versuchten afghanischen Wissenschaftler etwa über die Erforschung der Sprachentwicklung zu unterstreichen: So wurde das Persisch als Derivat von Paštū verstanden. Das echte Persisch soll zudem in Afghanistan entstanden und von den Iranern übernommen worden sein (Gregorian 1969:345). Einige afghanische Autoren (Elham 1975; Habibi 1976) rechneten gar das afghanische Persisch und Paštū einer Baktrischen Sprachengruppe zu, die mit dem Sanstkrit verwandt sei, aber mit dem iranischen  Persisch nichts gemein habe (vgl. Pstrusinska 1990:18). Um sich von Iran abzugrenzen und die eigene nationale Identität zu unterstreichen, bürgerte sich die Bezeichnung Darī anstelle von Fārsī für das persische Idiom in Afghanistan ein.380  Das Ethnonym "Paštūne"   wurde von der antiken Landschaft „Baktrien“ abgeleitet und sämtliche antike Sprachen Mittelasiens der paštūnischen Sprachfamilie zugerechnet. Sogar die Avestā, das heilige Buch der Zoroastren, und die frühen Veden gaben afghanische Wissenschaftler (Hassan Khan 1934/35:134, 138; Karim Khan 1935/36:138) als Meisterstücke paštūnischer  Literatur aus. Auch gewann Heridots (1988 I:IV) Erwähnung der „Paktues“ an Bedeutung: Ahmad Ali Kohzad setzte die „Paktues“ mit den Paschtunen gleich und versah die überdies mit dem arischen Mythos:

„Das beste Beispiel dazu ist die sehr bekannte Erzählung Alexander in Afghanistan, von Ahmad Ali Kohzad zu einem Theaterstück verarbeitet, in dem der heroische Kampf Paktis gegen die Hellenen geschildert wird. Die Pasktis werden darin als Männer von Ariana bezeichnet, ihre Eigenschaften als jene der Paschtunen rühmend gewürdigt, und ihre Fürsten tragen klangvolle altiranischen Namen.“ (Klimburg 1966:112)

"altiranischen Namen" (Hervorhebung von mir)

Paštūnische Persönlichkeiten wie Khān Khushal Khān Khattak und Mir Wais stiegen zu den ersten nationalen Freiheitskämpfern Afghanistan auf und Ahmad Šāh wurde zum „Baba“ der afghanischen Nation erhoben. Besonders entzündete sich die Diskussion an Pūta Khazana, einem Werk, das angeblich Mitte des 18. Jh.s geschrieben wurde und anhand von Heldendarstellungen die paštūnische  Geschichte und die paštūnische Literatur bis ins erste Jahrhundert nach Mohammad zurückdatiert. Vieles spricht dafür, dass der Historiker Abdul Hai ye Habibi, der dieses Buch in den 1960er Jahren gefunden haben wollte, es selbst verfaßt hatte  (Emadi 1997:369). Auch diente das räumliche Kunstprodukt „Afghanistan“ als Matrix für einen ungebrochenen paštūnischen Nationalismus. So belegte Habibi (1967-70 den Raum „Afghanistan“ mit der typisch paštūnischen – in seinen Worten afghanischen – Charakter-[...]"

Conrad Schetter schreibt  in der Fußnote 380 seines Buches u.a.:

 „380 Für die Herleitung des Begriffes Darī gibt es verschiedene Deutungen. Eine Version bringt Darī mit dem achämenidischen Herrscher Darius (5. Jh. v. Chr.) in Verbindung. Hierdurch wurde zum einen die historische Tiefe des afghanischen Persisch zum Ausdruck gebracht, zum anderen das antike Perserreich als ein afghanisches dargestellt. In einer anderen Version wird  Darī von pers. dar [„Hof“ hergeleitet und als Hofsprache übersetzt. Doch pers. dar auch „innen“ bedeuten und als „indigene Sprache“ übersetzt werden. Schließlich kann  Dari auch von pers. darra“ [„Tal“] abgeleitet werden und soviel wie „Sprache des Tals bedeuten (Pstrusinska, 1990: 19).“ [13]

"des afghanischen Persisch" ??? (Hervorhebung von mir)

Hier das ganze Zitat auch als Bilddatei  www.afghan-aid.de/Schetter.jpg

  In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass Pūta Khazana bzw. Pata Chazana in den 60er  Jahren von paschtunischen Administration übertrieben propagiert worden  und diese "Anthologie"  in den Schulen des Landes  als ein integraler Bestandteil des Bildungsplans unterrichtet. Pata Khazana stellten die staatlichen Stellen  älter als Shahnama   von Ferdaussi hin. Afghanische Wissenschaftler behaupteten, dass der Shah von Persien 1934 den Namen Fars (bzw. Persien) in "Iran" umgeändert habe. Damit wollten sie die alten Bezeichnungen wie Ariana bzw. Iran für den heutigen Staatsgebiet der Paschtunen bzw. Afghanen legitimieren. So versuchten  sie das Konstrukt "Afghanistan" als eigentliche Nachfolgerstaat des alten Irans und damit als "Land der Arier" hinstellen. 

Wurde tatsächlich am 27. Dez. 1934 Persien in Iran umbenannt ?

Die Aussage der afghanischen Stellen  über die Umbenennung Persiens in Iran am 27, Dezember 1934 hat sich vollkommen als falsch erwiesen, da Reza Khan, der Vater von Mohamamad Reza Shah Pahlevi lediglich an Staaten der Welt einen Rundbrief geschickt und darum gebeten hat, das Land nicht mehr Persien bzw. Persia zu benennen, sondern so wie das Land eigentlich heißt nämlich Iran. In den  frühesteren Zeiten wurde das iranische Hochland und nicht nur das heutige Land von seiner Bevölkerung als Arianae, Airan, Eran bezeichnet. Die altiranische Form dieses Namens dautete Aryānām Xšaθra.

"Persien" bzw. "Persia" bzw. "Persarum" bzw.  "Parsarum" sind  keine Eigenbezeichnungen (Endonym)  für iranische Völker, sondern sie sind Fremdbezeichnungen (Exonym) genau so wie Deutschland als Eigenbezeichnung und Germany bzw. Allemagne als Fremdbezeichnungen. Tatsächlich sind einige Wörter wie Germanistik  oder germanische Mythologien  zw. Gottheiten in der deutschen Sprache gebräuchlich, aber kein Deutscher nennt ihr Land Germany oder Allemgne, es sei er redet Englisch oder Französisch. Allerdings werden  für Provinz Pars (heute Fars), und für persische Sprache Parsi oder Farsi  gebraucht. Das heutige Land  unter dem Namen "Afghanistan" ist im Jahre 1856 von Iran

Ariana (آريانا), Aryana (آريانا), Arianam (آريانم) , Arian bzw. Aryan (آرين), Aria (آريا ), Aran (اران), Era (هرا ), Irraj (ايرج, mythologischer Name des Irans)  Erân (europäische Schreibweise für Iran), sind die alten Bezeichnungen für Iran als iranisches Hochland. Die latinisierte Form von Ariana ist Arianæ. Iran ist eine neue Bezeichnung, die eben auch ca. 1500 Jahre alt ist. Rudaki gilt als der Vater der neupersischen Sprache und Literatur, der  mit arabischem Alphabet seine Dichtung in der persischen Sprache des Dari verfasst hat. Er verwendet den Begriff Iran und nicht Ariana, weil Ariana eine alte Bezeichnung war. Dieser Name ist  von den Griechen und Römern verwendet worden ! Diverse Dichter der Hofsprache bzw. Standardsprache (Persisch) haben entweder die Namen der Provinzen, Länder des iranischen Hochlandes oder aber Iran als Eigenname für "Imparatori ye Pars" (امپراطورى فارس) Persischer Reich) verwendet, etwa ähnlich wie "Römischer Reich - Deutscher Nation"

Es gibt auch diverse Namen der Personen im heutigen Iran, Afghanistan, Tajikistan und Pakistan sowie in Indien wie z.B. Aryan Khan, Arianfar, Ariannejad usw.

Dichter Persisch Umschrift Übersetzung
Rudaki  (858-940)

آن مه آزادگان و مفخر ایران

آن ملک عدل و آفتاب زمانه
http://ganjoor.net/roodaki/baghimande/sh89/

Aan Mah ye Azadgan o Mofkher ye Iran

Aan Molke Adel o Aftab ye Zamana

Jene Aphrodite der Freiheit und Würde des Iran

Jenes Land der Gerechtigkeit und Sonne der Zeit

Abu Chair (978-1049)

در چینستان نقش و نگار از تو برند

ایران همه فال روزگار از تو 
http://ganjoor.net/abusaeed/robaee-aa/sh241/

Dar Chinstan Naqsh o Negar az tu barand
Iran hama Fal ye Rozgar az tu

* Nagsh o Negar (indo-iranische Musikrichtung)

In Chinstan  lernen  sie Muster und Falten von Dir

Iran, alle Orakel des Schicksals ist von dir

* Chinstan bedeutet China oder Garten der Formen- Farben-Falten und Figurengestaltung

Ferdoussi Iran und Turan kommen in seinem Shahnama (Königsbrief)  unzählige Male vor http://ganjoor.net/index.php?s=%D8%A7%DB%8C%D8%B1%D8%A7%D9%86%DB%8C%D8%A7%D9%86&author=6&cat=115

Friedrich Rückert: Rostam und Sohrab: Eine Heldengeschichte in zwölf Büchern, Erstausgabe 1838 e-book 2011.

Asadi Tusi (gest. 1072) به روم و به هندوستان و به چین
به ایران و هر هفت کشور زمین
 http://ganjoor.net/index.php?s=%D8%A7%DB%8C%D8%B1%D8%A7%D9%86+&author=52
Ba Rom o ba Hindustan o ba Chin
ba Iran o har Haft Keshwar ye Zamin
In Rom o in Indien und in China
In Iran und in Sieben Ländern des Globus
"Iran" kommt in diversen Stellen seines Werkes: Garchaspnama   (Garchasp-Buch) vor. nach meiner Zählung 31 mal!
Nezami Ganjavi (1141 - 1209) که گر دست یابم بر ایرانیان
برم دین زردشت را از میان

http://ganjoor.net/index.php?s=%D8%A7%DB%8C%D8%B1%D8%A7%D9%86%DB%8C%D8%A7%D9%86&author=6&cat=115

Ke agar dast yabam bar Iraner
baran Din ye Zordust ra az Mian
"Wenn ich konnte, werde ich die Religion der Iraner Zorostara löschen" , Netami, Sharafnama, Krieg zwischen Dara und Alexander
Nasser Khossrou Balchi 1004-1072+ برون کرده‌است از ایران دیو دین را
بی‌دینی چنین ویران شد ایران
http://ganjoor.net/index.php?s=%D8%A7%DB%8C%D8%B1%D8%A7%D9%86&author=13&cat=214
Birun karda ast az Iran Dev Din ra
Bi Dini Chinin weiran schud Iran
Der Dämon  verbannte die Frömmigkeit aus dem Iran
Ohne Rechtschaffenheit wird  Iran ruiniert
Nasser Khossro Dehlhavi bzw. Amir Chosrau (1253- 1325 ) دگر شه معز جهان کیقبادی
که در ضبطش ایران و توران یکی شد

http://ganjoor.net/index.php?s=%D8%A7%DB%8C%D8%B1%D8%A7%D9%86&author=34

Degar Shah moez Jahan e Kai Qubadi
Ke dar Sabtash Iran o Turan yaki schud

 

Dem Shah der  Welt ähnlich dem Kai Kubad erweisen sie die Ehre
Unter dessen Leitung wurden Turan und Iran eins .

* Kai Kubad ist eine Figur der iranischen Mythologie

Mawlana Jalaluddin Balchi Rumihttps://de.wikipedia.org/wiki/Dschalal_ad-Din_ar-Rumi ز جوش بحر آید کف به هستی
دو پاره کف بود ایران و توران
 

http://ganjoor.net/index.php?s=%D8%A7%DB%8C%D8%B1%D8%A7%D9%86&author=5

Ze Josch e Bahr ayed Kaf ba Hasti
Du parah ye Kaf bowad Iran und Turan *

Turan = Land der Turkvölker mit der Hauptstadt von Samangan.

Das Sprudeln des Meeresschaums schafft die Existenz

Iran und Turan ist zwei Hälfte einer Handschale

Hier können noch weitere persische Dichter auf dem Boden des heutigen Afghanistan, Taschikistan, Azarbaijan, Turmenistan, Usbekistan, Pakistan und Indien bis 1934 aufgelistet werden, die das Land  und Hochland stets Iran nannten, während die Europäer Iran als "Persien" oder "Persia" bezeichneten.

Im Sonnenjahr 1266 (21.03.1888 bis 20.03.1889) wohnte ein persischer Geschichtsschreiber namens Asadabadi, der sich auch Al Afghani und Al Kabuli nannte, dem Festakt der Gründung der  "Bank ye Shahanshahi ye Iran"( ‏بانک شاهنشاهى ايران‎) mit der englischen Übersetzung bzw. Bezeichnung Imperial Bank of Persia bei. Der deutsche  Unternehmer, Paul Julius Freiherr von Reuter "Baron Reuter" ( 1816- 1899)  eigentlich Israel Beer Josaphat in Kassel, Kurfürstentum Hessen, war der Gründer der Bank von Iran in Teheran. Den Titel eines Barons erhielt er von der britischen Königin Victoria. Er sollte eigentlich von dem iranischen Kaiser die sämtliche Konzessionen  in  Wirtschafts- und Handel bekommen (außer Gold- und Silber). Dagegen protestierten die russischen Zaren, so dass die turanischen Qajaren [Kadscharen] ihm eine Konzession für Modernisierung des Bankwesens erteilten.

تصوير نفر دوم نشسته از سمت راست حاج محمد حسن  امین دارالضرب، در کنار سید جمال الدین اسدآبادی

a) 2. von rechts  ist Haj Mohammad Hassan Amin, "Dar ul Zarb" ("Stelle der Münzprägung" hier Leiter der  Münzprägeanstalt) Iran

b) 3. von rechts (Mitte) ist Sayed Dschamal ad-Din al-Afghani bekannt als Dschamal ad-Din Asadabadi

 Teheran

بانک شاهنشاهى ايران

Bank ye Shahanshahi ye Iran

1. Jan. 1896

Leiter der Bank

Sir William Keswick

Rückseite der Banknote

Imperial Bank of Persia

 

 

Johann Hartlieb schreibt in seinem Werk " Das Buch der Geschichte des grossen Alexanders", 1514 Darius als Darii.

Reinhardo  Lorichio Hadamario  (1541 meint hier mit Darii den König Darius.[14]

Linguistisch  gesehen  handelt es sich bei „Dar“ um Nomen „Tür“ und bei „dar“ um eine Präposition wie „in“. Diese Präposition hat eine Bedeutung  wie „ba“ oder „be“, auch „in“. Eine Sprache mit einem Namen als Präposition "in" gibt es nicht. Innen oder Landesinneren ist in Dari oder Farsi : Dakhel ye Keshwar im Sinnen Inland und Kharej ye Keshwar im Sinne Ausland.

Die Tilgung der Bezeichnung Farsi von Dari bzw. die Trennung des Attributs  „Dari“ von der persischen Sprache hat keine linguistische bzw. sprachwissenschaftliche gar grammatikalische,  lexikalische oder morphologische Begründung, sondern sie ist im Jahre 1964 aus nationalistischen und "chauvinistischen" Erwägungen geschehen.

Darius wird in Latein Dari oder Darij geschrieben. (siehe auch Google-Übersetzer Latein-Fremdsprachen)

Wenn das Wort dari  klein eingetragen werden, wird Google es  als "gegeben" ins Deutsche übertragen.

  Wörterbuch: Standardwerk für persische Sprache weltweit: Dehkhoda Lexikon.

Das sog, Dari hat weder keine Lexikon  bzw. Farhang e Loghat noch Sprachcode.

Sprachcode für Persisch:

    nach ISO 639-1         FA
     nach ISO 639-2         PER, FAS
     nach ISO 639-3         FAS

Amtssprache in
Iran
Afghanistan
Tadschikistan

http://www.pro-tran.eu/ubersetzung-farsi/ubersetzung-farsi-persisch/

 
Wörterbücher Farsi Farsi, aufgelistet von Thomas Hyde (1700) Farhang فرهنگ  bedeutet Wörterbuch

فرهنگ (Farhang) bedeutet eigentlich Kultur, Bildung, Würde, aber Wörterbuch und Lexikon. Farhang Nameh bedeutet ebenso Wörterbuch oder Enzyklopädie.

Das umfangreichste Lexikon der persischen Sprache  ist das  unter der Leitung von Ali Akbar Dehkhoda  herausgegebene Wörterbuch im Jahre 1931. Dekkhoda schrieb, dass das Lexikon nicht das Werk einzelner Person ist, sondern von vielen Menschen. Hier sind nur ein Teil der Autoren von Dehkhoda Wörterbuch

http://media.farsnews.com/media/Uploaded/Files/Images/1392/03/17/13920317000447_PhotoL.jpg

http://media.farsnews.com/media/Uploaded/Files/Images/1392/03/17/13920317000447_PhotoL.jpg

Es gibt kein Wörterbuch für  eine Sprache "Dari", aber eine Vielzahl von Wörterbücher  für Farsi oder Farsi ye Dari.

 Im Jahre 1700 hat Thomas Hyde in seinem Hauptwerk  ca. über 50 von Pharhang (Farhang bedeutet Wörterbuch in Farsi ye Dari) aufgelistet,  die in Iran und Indien  veröffentlicht worden sind (Thomas Hyde 1700, S. 422-425)

Thomas Hyde-Farsi Farhangliste  Seite 424

Thomas Hyde-Farsi-Farang Seite 425

Thomas Hyde Farsi Farhang Seite 426

Das Standardwörterbuch der persischen Sprache lautet Lexikon von Dehkhoda

 

 

 

Die persische Sprache verfügt im Laufe ihrer Entwicklung innerhalb einer etwa 7 Mio. qkm großen  Fläche über zahlreiche  Sprachprägungen, lokale oder regionale Sprachvarietäten,  Dialekten, Mundarten, Soziolekten usw. Diese Variationen der Sprache wurden und werden immer noch im iranischen Hochland, gesprochen, aber einheitlich geschrieben.

Einst von der Grenze Iraks bis Kashgar Tajgorgan in China und von Samarkand bis Dehli (persisch دهلی,Dehli), gemeint Delhi) können sich Sprecher der persischen Sprache trotz unterschiedlicher Akzentuierung, Syllabifizierung, Akzentsetzung und Verwendung von Wörtern bzw. Bevorzugung der gemeinsamen Wörtern grenzübergreifend ohne Dolmetscher verständigen. Von  „einer und die selbe Sprache“ wird gesprochen, wenn die Sprecher einer Sprache  in diversen Regionen und außerhalb der geographischen Grenzen sich ohne Sprachmittler verständigen können. Christine Nölle-Karimi, die in diversen Instituten als Professor für Iranistik lehr, ist der Auffassung, dass es zwischen Farsi und Dari keinen Unterschied gibt . 

In Johann Hartlieb‘s Übersetzung kommt auch Darij bzw. Dari als lateinische Schrift von drei Königen mit dem  Name  von Darius I , II und III vor. [15]

 

 

عنصرهاى زبان فارسى

Autor des ersten Persisch-lateinische Grammatikbuches war Ludovico de Dieu. Unter dem Titel  Onsur ha ye Zaban ye Farsi (Elemente der persischen Sprache)  Originaltitel  „Rudimenta linguae Persicae“ ist das Werk im Jahre 1639 herausgegeben worden .[16]

Das Original befindet sich in der Universität Lausanne. Auch hier wird das Adjektiv Dari als Synonym für Persische Sprache.

Im Jahre 1684 hat Angelo á. S. Joseph ein Wörterbuch Loghat e Farang o Pars  (Persisch in Italienisch, Latein und Französisch)  in Amsterdam Niederlande herausgegeben. [17] Der“ persisch Tür wird in Latein als „Porta“ übersetzt. Porta Linguae steht für Hofsprache. [18]

Der در  (Tür) heißt in Latein  "Porta";  Porta Linguae" bedeutet Hofsprache.

Dar (persisch در, bedeutet  Tür bzw. Pforte) und Dari  (persisch درى mit Suffix  i  wird Adjektive (Tür bzw Hof betreffend) oder Genetiv wie Zaban i Dari (Sprache des Dari) bedeutet.. Das heißt: Dari ist das Eigenschaftswort der persischen Sprache im Sinne der standardisierte Schrift und- Kultursprache. „Auch Darbar (Königshof) und Dargah (Königshof, heute Pilgerstätte für islamischen Sufi) sind Begriffe, in denen das Wort Tür und Schwelle vorkommen.[19] Mit Nomen  und  Sufix „ban“ werden weitere Wörter erzeugt z.B. Dar + ban  Darban als Hausmeister übersetzt  oder Baghban (Bagh = Garten und Baghban  bedeutet Gärtner) und Pas+ban bedeutet Wächter. [20]

 

 

Derban (دربان Der + Suffix  ban)   bedeutet in Latein janiter d.h.  Wächter bzw. Hausmeister. Persisch wird auch  دٙرٙى  (Deri bzw. Dari ), Ajam [Adscham],  Tajik [Tadchik] bzw. genannt.

Ludovico de Dieu 1639

 

1.   Im Angelo á. S. Joseph's italienisch-lateinisch-französisch-persisches Wörterbuch unter dem Titel Gazophylacium linguae Persarum steht weder das Wort Iran (ايران) und  Irani bzw. Iranisch bzw. Iraner  (ايرانى) noch  Iraniyan (ايرانيان) Iraner,  obwohl in dem Wortschatz von Joseph über 40 Mal diese Wörter in Original Farsi zu finden sind und nicht in lateinischer Umschrift  [21]

 

Iran (ايران)

Iranisch oder ein Iraner (ايرانى)

Iraner (Mehrzahl) (ايرانيان)

 

 

Bundehesh Ferdinand Justi, S. 81 http://www.archive.org/stream/derbundeheshher00unkngoog#page/n121/mode/1up

Die Farsi-Schrift ايران  wird  von rechts nach links gelesen, so ergibt sich bei  lateinischer Transkription folgendes Wort  Airan.  I verwandelt A zu I > Iran

Ferdinand Justi transkribiert es  Erân

Begriffe wie Iran, Irani, Iraner  sind unter folgenden Seiten des Wörterbuches von  Angelo a. S. Joseph, 1684, zu finden:  S. 120, 130, 135, 139, 141 f, 144, 146, 149, 158, 169, 170, 175 f,  179, 180, 183ff, 190, 193f, 194, 196, 199 ff, 200, 201,  235, 257, 259, 268, 271, 283 ff, 292, 294, 297ff , 298, 299 f, 327, 328,  346,  350, 367, 368 ,  390, 401, 406, 415, 427 Bundahischn, Bundehesh oder Bundehesch (mittelpersisch: Urschöpfung oder Grundlegung) ist ein mittelpersischer Text über den Zorostrismus,   die Lehre Zarathustra. Es gibt zwei Fassungen: iranisch und indisch. Die Übersetzung des mittelpersischen Textes fertigte Ferdinand Justi im Jahre 1968.

 

Max Müller, Carl Böttger (1866): Vorlesungen über die wissenschaft der sprache, Band 1

Ich denke an jenen romanischen und angelsächsischen (USA und Australien)  Übersetzer, die Wörterbücher aus der deutschen Sprache  in Französisch oder in Englisch übersetzen. Die deutsche Sprache wird ins Französisch „la langue allemande“ lauten und in Englisch „the German language“. Ebenso das Land „Deutschland“ wird in romanischen und englischen, aber auch in slawischen Sprachen nicht Deutschland, sondern Allemagne , Germany, немецкий  (Niemjeski) übersetzt.

So bezeichneten die Araber die persische Sprache „Ajm“ und Parsi als „Farsi“ bezeichnet. Sprecher der Sprache Parsi nannten die Araber „Tazi“. Für Persisch wurde auch Tajik und Dari gebraucht. Iran (das Land) , Irani (Iraner) und Iraniyan (Mehrzal Iraner) sind als Parsico, Perses und Farsi als Parsarum bzw. Persarum übersetzt

Procopii Caesari  (latein Procopius Caesariensis um 500; † um 562 ), ein griechischer Historiker des 6. Jahrhunderts n. Chr.,  benutzte  die griechische Schreibweise von Iran nämlich Ariana bzw. Ariana. Cristoforo Persona,, Raffaello Maffei (1451 – 1522) und Leonardo Bruni (1370 –  1444) haben seine Schriften aus dem Griechischen ins Lateinische übertragen und bearbeitet. Seine Schriften  ‎sind  im Jahre 1506 so wie im Jahre 1531 herausgegeben.  In Index des 1531 erschienen Buches, (das Buch befindet sich in der  Bayerischen Staatsbibliothek) kommt die Bezeichnung Ariana bzw. Arianae wiederholt vor.

 

Hier

 

Index-Ausschnitte

Ariana secta (iranische bzw. Sekten)

 "Ariana Imperator" (Iranischer Imperator)

Procopii Caesari: Ensis De Rebus Gothorum, Persarum Ac Vandalorum libri, Basel,  1531

Procopii Caesari in Latein 1531

Procopii Caesari:  De bello Gottorum, Rom, Johann Besicken für Jacobus Mazochius, 1506

Procopii Caesari in Latein 1506

 

Die Bezeichnung „Iran“  bzw. Iraner benutze  Firdausi  (* 940 † 1020 in Tūs) in seinem Schahnameh  bzw. Schahnamah („Königsbrief“) mindestens in zweihundert Stellen. Ein Teil seines Meisterwerkes ist von Friedrich Rückert ins Deutsche übersetzt. [22]  Ariana (antike Bezeichnung) und Iran, Eran, Iron, Airan usw. sind die Eigenbezeichnungen der iranischen Völker. In Afghanistan, Iran und Tadschikistan tragen  viele Gesellschaften, Fernsehen (TV), Hotels, Clubs usw. die Namen von Ariana bzw. (Arianae römisch-griechisch).

sw.

Friedrich Rückert, der Übersetzer von Shahnama schreibt z.B.:

Aus Zabul und Kabul und Hindustan
Folgten Krieger dem Pehlewan
[...]
Nur keinen Thron, dem sein Schah ist er
Dem Pehlewan ziemt nicht des Thrones Echo
[...]
Alle dort von den Weltpehlewan
sich neigten und huben Lobpreis an
[...]
Die Ritter laut ihn priesen sie
Weltpehlewan ihn hießen sie
[...]
Sprachen: D Pehlewan der Welt
In dir ist er Wunsch angetan der Welt

Weltpehlewan bzw. Weltpahlawan = Rustam, Sohn von Rudabeh Kabuli und Zal von Zabulistan

 

In Schahnama (h wird oft nicht ausgesprochen) erwähnte  Firdausi folgenden Städte und Orte des Irans, die sich auf dem Boden des heutigen Afghanistan liegen. Er schrieb sein Hauptwerk ca, 850 Jahre vor der Gründung von Afghanistan:

Zabel  145 Mal und unzählige Male als Zabulistan

Kabul   116 Mal bzw. unzählige Mal Kabulistan

Balch als Zentrum des Zoroastrismus und Hauptstadt Irans 52 Mal

Sistan und viele Male Zabulistan30 Mal

Niemruz viele Male

Herat10 Mal

Samangan 8 Mal

Bost 5 Mal

Shoghnan 5 Mal

Kunduz, (Kohandaz),

Ghazni 3 Mal,

Dehistan 5 Mal,

Taloqan 3 Mal,

Ghartschegan in Hazaristan bzw. Hazarajat 3 Mal

Maurud in Murghab 3 Mal

Bamiyan 2 Mal

Kandahar 2 Mal

Faryab 19 Mal

Badachchan 21,

Ghor 22

Panjschir 23 Mal

Andarab 24 Mal

Jaram in Badachschan in Form von Tscharam 25 Mal

Garzewan in Faryab 27 Mal,

Dieno 26 Mal,

Alburz 10 Mal

Hindukusch als Hindu Kuh (Berge Hindus)

Safed Kuh als Saped Kuh

Amo bzw. Oxus 68 Mal

 Hildmand bzw. Hirmand 11 Mal

 

Ariana andere Schreibweise Aryana, Ariyana

Bahram ye Gour, der "Vater der Sprache Dari" (Hofsprache allenthalben des iranischen Imperiums)

 
Afghanistan Iran Taschikistan

 Ariana Afghanistan TV

Ariana Television Network.

http://wikimapia.org/21599183/Former-Ariana-Hotel

 Ariana Afghan Airlines

 http://www.arianarestaurantva.com/

 

Azerakhs Parse Ariyana

Ravan Sanat Ariana Industrial

Aryana Sanat Sanitary

Ariyana Gostar Kish F.C.

Welcome to Ariyana

http://ariyana-gap.com/

http://www.aryanagroup.com/Default.aspx?tabid=170

http://www.ariana-co.com/en/home

 

Persisch-Deutsches Wörterbuch; H. Junker, Bozorg Alavi. – Teheran,  Sonnenjahr 1349 (1970), S. 639

Persisch-Deutsch : Wörterbuch; Bozorg Alavi. – Wiesbaden : Harrassowitz, 2002

Yazdard  bzw.  Bahrām V. der als Gour  (Anhänger von Zarathustra) bekannt ist, regierte von  ca. 420 bis 438 als Shah an Shah der Dynastrie der Sasaniden. Er, als 15. Großkönig der Sassaniden,  hat für seine 21 Königreiche eine Hochsprache der Verwaltung und Kanzlei, des Hofs und des Gerichts nämlich Deri bzw. Dari angeordnet.

Shahr Gour (Stadt von Gour) war eine zoroastrische  Stadt mit einem berühmten Atashgah Feuertempel und einen großen Teich. Diese Stadt ist nach Untergang der zoroastrischen Sassaniden in "Feruzabad" umbenannt worden. Sie und Shahrestan von Feruzabad liegen  in der Provinz Fars.

Aufgrund der Homophonie der Begriffe  "Gor = Grab) Gora °Khar (wilder Esel) und Gora Asp (Zebra) (siehe links)  und Legendenbildung wurde ihm Eigenschaften wie Kraft und Stärke eines wilden Esels zugeschrieben. Dennoch sind manche Wissenschaftler der  Iranistik darauf eingefallen. Trotzdem sein   Beiname   hat mit dem wilden Esel oder Grab nichts zu tun, sondern mit Lehre von Zaruthustra oder weil er später als " ungläubig" bezeichneten.

 

Carl Karl Ritter und co: Die Erdkunde im Verhältniss zur Natur und zur Geschichte des Menschen: oder [...] 1841, S. 194

Das Homophon persisch گور bedeutet im Persischen als gor Grab, als gora khar wilder Esel bzw. Zebra und ist zu dem als Gour bzw. Hindi Gaour eine Bezeichnung von Zarathustra und in Hindi der Name einer Gottheit sowie Sonnenanbeter. Sie werden als Gaur Brahmin / Gurjara-Pratihara Pratihara bezeichnet und leben in Indien, Pakistan und Afghanistan. Diese Volksgruppe nennt sich in Afghanistan statt Gaurjar Gojar [1] 2004 von Afghanistan, Artikel vier]; Gojaren werden in der Nationalhymnen Afghanistan besungen. Sie, so lange nicht islamisiert worden sind, waren Sonnenanbeter und huldigten die indo-iranische Gottheit Surya mit dem Symbolzeichen Swastika

Thomas Hyde schreibt in seinem 1700 veröffentlichten Hauptwerk auf Latein folgendes: [23]

Thomas Hyde , 1700 S. 421

 

Deri, hoc est dicere, Persica. Ideó autem vocata est Deri, quia Behrâm- Ghûr decretum faciebat, ut in Aulâ suâ omnes loquerentur Persica omnidque Decreta Epistolae Persice Scriberentur. A quo tempore factum est ut Linguà Persica vocaretur Deri.
Loquitur nempe de Linguâ quae hodie vocatur Persica, in quâ
در Der est Ostium, Porta, &, درگاه  Derghah اشک Ashak Limen seu Vestibulum Porta atque Palatium, Aula Regis: hinc دري Deri quod primà fronte videtur Denominativum à Der, revera est Denominativum a Derghah, ut abbreviari solent talia; eoque significatur Aulica, seu Curialis.
Cumque illo tempore multi uterentur veteri Lingua Pehlavi, aquae a Rege Behram Ghur non fuit amata, ipse jussit ut omnes in ejus Aula Regiâ uterentur Linguà Perso-Medciâ [...]

Deutsche Übersetzung 

Deri, das heißt  Persisch. Behrâm- Ghur ordnete in einem Dekret nach einer Entscheidungsfindung an, so dass Briefe und Korrespondenz aus sämtlichen verschiedenen apostolischen Gemeinden in  Persien in der  Hofsprache verfassen werden mögen. In  dieser Zeit wurde die persisch-medische Sprache als Deri bezeichnet. Die  persische Sprache des Deri ist von در  Der abgeleitet worden und  bedeutet Tür bzw. Tor und, درگاه Derghah اشک Ashak heißt also Türschwelle zum Hof oder  Schloss oder Palast hier دري Deri, scheint  auf den ersten Blick aus Dergah  abgeleitet worden zu  sein, in der Tat, ist Deri eine Abkürzung von Dergah, das Aula oder der königliche   

 
     

Thomas Hyde (1636-1703), ein englischer Orientalist und Iranist,  Er hat in seinem Hauptwerk auf Latein Deri, als „Lingua Corteggiana“, linguaggio delia Corte, Deri eleganter als Mittelpersisch bezeichnet.

Deri, quae elegantior habetur“ das heißt  „Das zweite ist Deri, das eleganter als (Pahlevi, Mittelpersisch) ist“,[24] schrieb Thomas Hyde 1700:

 

 

 

Hae autem inustatae Dialecti sunt هروى Hervi , seu Dialectus Herat; & سگزي Seghzi, seu segstane regionis Dialektus: & سغدى Sogdi, seu Sogdiana Dialectus; & دراولي Dravulis: est autem Dravul urbs non valde procul distans ab Herat in Chorasan.Tres reliquae Dialectus tales sunt in quibus Libri & Tractatus seu Epistolae & Carmina Scribuntur. Harum Prima Peculiariter زبان پارسى Lingua Parsica, quae in Pars & Istachr usitata fuit. Secunda est Deri, quae elegantior habetur. [...]. Est (inquit) Deri, Dialectus بلخ  بامى Balch Bamensis, seu urbis Balch; & urbis مرو شهجان Marv Shaghjan, & urbis بخارا Buchara

Thomas Hyde zählt hier die bedeutenden Stätten der verschiedenen apostolischen Regionen des persischen Reiches, in deren Hauptstätten das elegante Dari Schriftsprache bzw. Verkehrssprache war: Herat in Khorasan., in Sodg bzw. Sodgania (heutige Tadschistan), Balch Bami, Provinz Afghanistan und Buchara (heute in Usbekistan), Marw (heute in Turkemistan) ,

Dies sind inustatae Dialecti Hervey (Herat betreffend) oder Dialectus Herat; & Seghzi oder segstane Land Dialectus Sogdi oder Sogdiana Dialectus Dravulis: Dravul ist nicht sehr weit entfernt von der Stadt Herat in Chorasan.

Drei weitere Dialectus Bücher & Traktate oder in der sie im Namen der Buchstaben & Carnuba geschrieben. Die erste von ihnen, das heißt, der Brief von einem Carmina scribunto Die erste dieser Lingua Parsica besondere Aufmerksamkeit zu widmen, die im Pars & Islachr verwendet worden, die zweite ist Deri, der als eleganter ist. [...] Es gibt (er sagt) Deri, Dialectus Balch Bamensis oder der Stadt Balch; Mary Shaghjan + von der Stadt Buchara.

 

"Iran" ist die Eigenbezeichnung  

Und schließlich schreibt er welche Gebiete Iran bzw. Iran-Shahr oder Iran-Vigi umfasste:

 

 

Das Gebiet wurde auch als Iran-Vigi, insbesondere in Kashmir bzw. im indischen Subkontinent bezeichnet. In Indien wird dieses Gebiet Aria-Warta bezeichnet.

Iran-Vigj, Iran-Shahr und Iran  

Iran bzw. Iranshar umfasste Irak und Fars, Khorassan, Kuhistan (Kohistan) https://en.wikipedia.org/wiki/Kohistan_District,_Pakistan oder https://en.wikipedia.org/wiki/Kohistan

Nishabur, Balch, Bamiyan, Persepolis, Schiraz, Ifahan usw.

 

 

Begriff Dari bzw. Deri in der  deutschen Literatur

Im deutschen Sprachraum soll Johann Friedrich Kleuker 1770 zum ersten Mal Deri als Hofsprache des Persischen und als Name einer besondere Epoche bezeichnet haben. Er schreibt in gotischer Schrift der deutschen Sprache:  

Deri und Parsi sind eigentlich nur eine Sprache. Der gewöhnliche Name ist Parsi; und Deri ist der Name einer besondere Epoche, worin es Hofsprache wurde. Parsi, welches noch lebt, kann als eine der ältesten Sprachen der Welt [...] , daß Deri Dschmschieds Sprache gewesen sei. [...] Dieser Fürst, [...], sahe eine Menge verschiedener Nationen, wovon jede ihre Sprache, die andere nicht verstanden, redete, seine Staaten erfüllen, und befahl daher, dass jeder mit ihm Parsi reden sollte; er gab diese Verordnung allen seinen Ländern; da hieß das Parsi nun Deri d.h. Sprache des Hofes, von dar, Thor. [...] In der Folge wurde Parsi, unter Bahram Espendiar, [...] verschiedene Begebenheiten hielten seinen Fortschritt zurück. Unter der Regierung Behramgur‘s [...] bemächtigte es sich endlich des Hofes und verbannte Pehlvi[25]

 

 

 Unter Pehlvi (Pahlavi) versteht man in der Regel das Mittelpersische (Parsi ye Mianah).

 

John Richardson (1777), ein englischer Linguist und Verfasser des ersten englisch-arabisch-persischen Wörterbuches,  versteht unter Deri  die alte neupersische Sprache. Das erste Wörterbuch im Abendland hat.  Angelo á. S. Joseph  hat das erste Wörterbuch Persisch - Latein, Italienisch. Französisch geschrieben, welches im Jahre 1684 erschienen ist.

Dari, "The modern Persian language", A bed. A house.  
Er übersetzt Dari, The modern Persian language.

John Richardson, Jacob Bryant:  A Dissertation on the Languages, Literature, and Manners of Eastern Nations: Originally Prefixed to a Dictionary, Persian, Arabic, and English, Printed at the Clarendon Press, 1778, S. 18, 29, 231

 

Auf Seite 18 seiner Dissertation schreibt John Richardson weiter:  "Deri was improved with uncommon care by the Sassanian prinches; many of whom, als well as their vizirs and great officers, published works in it: which, though at present hardly known, are mentioned with high approbation by succeeding writers. Amongst the chief of those royal and noble authors was Ardeshir Babegan, the first prince of this dynasty, who began his reign A. D. 202. He wrote a Karmanè, or journal of his public and private life: and also a work of morality; which being afterwards improved by Noushirvan the Just, (who flourished in the sixth century), was sent by him to all his governors, as the invariable rule of their conduct. The Zefer namé, written by Bouzour, vizir to Noushirvan, is better known; having been modernized by the celebrated physician and vizir Avicenna, about the beginning of the eleventh century".

Deutsche Übersetzung:

" Das Deri wurde mit ungewöhnlicher Sorgfalt von den Sassaniden Prinzen modifiziert; viele von ihnen, als auch deren Wasirs bzw. Wesirs   und hohen Beamten, veröffentlichten ihre Werke in es (Deri gemeint) , die zwar derzeit kaum bekannt sind, werden mit hoher Beifall von den nachfolgenden Schriftstellern erwähnt. Unter dem Chef dieser königlichen und adligen Autoren war Ardeshir Babegan, der erste Fürst dieser Dynastie, der seine Herrschaft  um 202 n. Chr. begann. Er schrieb eine Karmaneh oder Tagebuch seines öffentlichen und privaten Lebens: und auch eine Arbeit der Ethik; die anschließend durch Noushirvan verbessert wurde, wobei die Gerade, (der im sechsten Jahrhundert blühte), wurde von ihm, alle seine Statthalter geschickt, wie die unveränderliche Regel ihres Verhaltens. Die Zefer Name, hergestellt von Bouzour, Wiser unter Noushirvan, schriftlich wohl  bekannt; von dem berühmten Arzt und Wesir Avicenna modernisiert, ca. um Beginn des elften Jahrhunderts."

Karname  d.h. Karnameh bzw. Karnamah کارنامه bedeutet chronologische Buchführung bzw. Beurteilung, aber auch  Schulzeugnis, Arbeitsmappe.

Zafarnameh oder Zafarnameh ظفرنامه  (Buch des Sieges)

Avicenna lateinische Name von Ibn e Sina

Sir John Malcolm schreibt:

The name Deri is derived from Der, a word which runs through so many languages, and is to be traced in the Greek Qvpa, the German Thur, and our door. For it was [...] the usage of the Persians, as it is of the Ottoman Porte, to name what approaches royalty from the gate, while we name it from the court within the gate: so that the Deri language may be rendered precisely by the lingua corteggiana of the Italians. In earlier times, after the dialect of Bactria had been established at court by Baharam, this received the honour of being called the Deri. Subsequently, under the early Sassanidae, the title might have been given with propriety to the Pehlevee; since the medals and inscriptions seem to prove, that the Pehlevee was then the favorite of royalty: the name of Deri, however, does not appear ever to have been assigned to it. And perhaps the superior melody of the Farsee had obtained for it the preference as the language of conversation, even before Baharam Ghoor enacted that it should be adopted in all public documents. For such was the sweetness and elegance of the Deri, that there is a tradition of Mahomet having declared, that " if God says any thing kind or gentle to the angels around him, he speaks in Deri; if anything harsh or hard, in Arabic." "For (says Ibn Fakereddin) the language of the inhabitants of Paradise will be either the Arabic or the Persian Deri. [26]

 

Friedrich Rückert[5] (Übersetzer von Schahnameh, Joseph von Hammer-Purgstall[6][7] Übersetzer von Gedichten von Hafiz, Karl Heinrich Graf (Übersetzer von Gedichten von Saadi) haben ebenfalls Dari bzw. Deri als Hofsprache der persischen Schrift und Standardsprache bezeichnet.

Im Staats- und Gesellschafts-Lexikon: neues Conversations-Lexikon steht:

Das Deri, d. i. Hofsprache, welches orientalische Schriftsteller neben dem Parsi nennen, ist nur die verfeinerte Form der Sprache, wie sie an Höfen und in den literarisch gebildeten Kreisen zur Anwendung kam. Aus dem Aufblühen der persischen Literatur gerade in den östlichen Theilen Persiens erklärt es sich, daß die Sprache bei Firdusi und anderen Dichtern seiner Zeit noch ziemlich rein ist! arabische Wörter sind nur in geringer Zahl aufgenommen und werden in ihrer Behandlung durchgängig der persischen Grammatik unterworfen. Doch diese eigentliche Blühtezeit der Sprache war von nicht langer Dauer; bald begann der Gebrauch arabischer Wörter als Schmuck des persischen Verses, ja man mischte später nicht bloß arabische Wörter, sondern ganze arabische Sätze ein, die vollständig nach arabischer Grammatik construiert sind.[8]

 

Jahrbücher der Literatur nennt das Deri als die reinste Mundart des Parsi:

Das Deri (die reinste Mundart des Parsi) wurde in Balch, Merw, Bedachschan und Buchara, d. i. in Baktrien, und Transoxana gesprochen*); Pehlewi ist also unstreitig eine altpersische Sprache, und es ist wirklich lächerlich, wenn V. Kennedy hierüber selbst den Sänger des Schahname eines Besseren belehren will, welcher das Altpersische nie anders, als Pehlewi nennt, welcher die persische Muse, die Nachtigall nicht anders, als in Pehlewi singen läßt. Wir glauben, daß die verschiedenen Alphabete der Keil-Inschriften auch eben so vielen Altpersischen Sprachen angehören, nämlich: der Sprache der heiligen Schriften, dem Send, dem Pehlewi und dem Parsi oder Deri, als der reinsten Mundart desselben.[9]

 

Johann Severin Vater schreibt:

Das Deri (d. i. Hofsprache), welches neben dem Parsi genannt wird, ist nur eine verfeinerte Form der Sprache, wie sie an den Höfen und in literarisch gebildeten Kreisen gesprochen zu werden pflegte.[10]

 

Auch Thomas Hyde und Johann Friedrich Kleuker bestätigten die Hypothesen, dass bereits die Parther bzw. Arsakiden vor Chr. den Versuch unternommen haben, für die Länder des Reiches eine gemeinsame Schrift- und Verwaltungssprache für Dar bar persisch دربار,  Hof die Audienz bei Hof bzw. Dar gah persisch درگاه,  Ort der Pforte (Port (Hindi जगह bzw. दरवाजा) zu schaffen. Diese Versuche sind immer wieder aufgrund der über 21 Sprachen und der ca. 7 Mio. km² Fläche des Gebietes gescheitert, bis es dem Bahram Gour Bahram V. persisch بهرام گور[11] gelang, eine Hofsprache zu schaffen. Hier handelt es sich um eine Hofsprache also Dari mit alter Schrift. Das ist die erste Epoche, wie Kleuker formulierte der Name einer besondere Epoche, worin es Hofsprache wurde (Kleuker, 1776)

Der Übersetzer des 8. Jahrhunderts Ibn al-Muqaffa (ابن المقفع), 722 n. Chr. (im Jahr 104 nach der islamischen Zeitrechnung gemäß Mondkalender Hijri) geboren in der historisch-zoroastrisch Feuertempelstadt Schahr e Gour persisch  (nach Bahram e Gour genannt) شهر گور, seit 10. Jhd. Firuzabad und gestorben im islamischen Mondjahr 142 in Baghdad 759 n. Chr., hat laut der vom Gottfried Wilhelm Leibniz 1770 gegründeten Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin 1877 von der Hofsprache Deri geschrieben. Dort steht u.a.:

[...] Beides verlegt also die Heimat des Deri gradezu nach dem Osten Erans, was zu der Notiz bei 'Ihn al-Muqaffa' nicht übel stimmt. Verhielt sich die Sache in der That so, wie es den Anschein hat, nemlich dass Deri, die Hofsprache, wenigstens unter den Arsakiden, vielleicht noch früher, als auch eine Umwandlung der officiellen Sprache eintrat [...].[12] Ibn al-Muqaffa hieß eigentlich Rōzbih pūr-i Dādōē persisch روزبه پور دادویه), gehörte dem Zoroastrismus an, lebte in der Übergangszeit von Pahlevi zu Neupersischen (ab dieser Zeit mit arabischer Schrift) hat dem Fabelteil vom Panchatantra bzw. Kalīla wa Dimna aus dem Mittelpersischen ins Arabische übertragen. Deswegen ist Panchatantra in Europa auch als Kalīla wa Dimna bekannt.[13]

 

Unter dem Begriff Dari wird literarisch auch Nazm e Dari persisch نظم درى, Dari-Reimordnung bzw. eine literarische Gattung verstanden. Diese literarische Gattung wird auch als Sabk e Dari persisch سبک درى,  Dari-Gattung (Rudaki bis Dschami) oder auch als Sabk e Araki  al Ajm (arabisch عراق العجم; persisch عراق عجم) (irakische Reimordnung, eine Gattung innerhalb der Dari-Dichtung) bezeichnet. Namhafte Dichter z.B. Hafiz verwendeten irakische bzw. arakische Reimordnung). Arakische Dichtform bedeutet auch, dass die Dichter vermehrt von den arabischen Wörtern, besser von Entlehnungen verwendeten. Manche von diesen arabischstämmigen Wörtern werden in der Standardsprache des Arabischen nicht mehr in dieser Bedeutung gebraucht oder haben in Farsi einen Bedeutungswandel erfahren. Dschami gilt als letzter Dichter dieser literarischen Gattung. Nach Dschami haben die Dichter der persischen Sprache am Hofe der Herater Timuriden angefangen, die Gattung der indischen Versform, gemäß des indischen Dichters, Musikwissenschaftlers und Sufi Amir Khusro als Dehlhawi bekannt, Gebrauch.

Johann Wolfgang von Goethe schreibt in diesem Zusammenhang:

Dschami faßt die ganze Ernte der bisherigen Bemühungen zusammen und zieht die Summe der religösen, philosophischen, wissenschaftlichen, prosaisch-poetischen Kultur. Er hat einen großen Vorteil, dreiundzwanzig Jahre nach Hafis' Tode geboren zu werden und als Jüngling abermals ein ganz freies Feld vor sich zu finden. Die größte Klarheit und Besonnenheit ist sein Eigentum. [..]

 

Unter Nazm ye Dari wird ebenso Gattung der Dichtung bzw. Dichtform verstanden. Rudaki, der erste Dichter der neupersischen Literatur am Hofe der Samaniden bis Jami (Dschami am Hofe der Herater Timoriden) werden als Dichter der Dari-Versform verstanden  Danach wurde die Versform indisch vorherrschend, zuvor . Die Größen dieser Richtung sind: u.a.  Amīr Chosrau Dehlavī , Abdul Qader Bidel  ,   

Unter Dari wird auch eine Reimordnung verstanden. Nezami und Hafis schreiben von Nazme Dari, wohl eine  besondere Reimordnung, die zwischen „arakischen“ (irakisch)  und indischen Reimordnung lag.

 Nazm e Dari (persisch نظم دری, Dari-Reimordnung bzw. Lyrik des Dari) als eine literarische Gattung der persischen Sprache (10. bis 16. Jahrhundert n. Chr.)

Firdausi (940 - 1020) nach Chr. verwendete in Schahnameh im Kapitel Kalīla wa Dimna als Lob für Rudakis Dichtung die  drei Bezeichnungen Parsi , Farsi und Dari:

 

Iran

Ariana, Aryana , Erân, Aran, Arian, Arianam, Aria, Era, Iraj usw. sind die alten Bezeichnung für Iran als iranisches Hochland. Die latinisierte Form von Ariana ist Arianæ.

 

Umschrift Deutsche Übersetzung Original Farsi ye Dari
Befermod ta Parsi o Dari
nabeshtand o kota schud Dawari
Und wies (der König) an, damit sie Parsi und Dari schreiben
Und so wurde der Gerechtigkeit (entsprochen) und (der Streit) gekürzt

بفرمود تا پارسی و دری
نبشتند و کوتاه شد داوری

Firdausis Versuch, ein Werk zu verfassen, in dem hauptsächlich persische Wörter Verwendung  finden, ist ihm fast gelungen. Normalerweise war arabisch die Sprache der Wissenschaft, ähnlich wie in Europa das Latein ausschlaggebend. Firdausi gilt nun als eine Art Reformator wie Martin Luther. Er schreibt:

     
Basi Randsch burdam darin sal e si
Adscham zinda kardam badin Parsi
Ich trug in diesen dreißig Jahren allzusehr schwere Bürde
(und) brachte
Adschm (ii)  mit diesem Parsi in Schwung (und Würde).

بسی رنج بردم در این سال سی
عجم زنده کـردم بدیــن پــــارسی1

 

   

(ii) عجم = Adschm bzw. Ajm sagen die Araber für Persisch und Perser (Iraner).

Āsādi Tusi gestr. 1072 schreibt:

Umschrift Deutsche Übersetzung Original Farsi ye Dari
Dari o Tazi o Turki begoed
ba Alfaze ke Zang e Del bezoed
Übersetzung
Möget ihr in Dari oder Tazi (Arabisch) und Türkisch reden
gut sind die Worte, die aus dem Herzen empor klingen

درى و تازى و ترکى بگوید

به الفاظى که زنگ از دل بضوید

Nezami  geboren 1141 n. Chr. schreibt in seinem Scharafnameh (Buch des Edelmuts), über Dari ein doppeldeutiges Gedicht:

Umschrift Deutsche Übersetzung Original Farsi ye Dari
Nezami ke Nazm e Dari kar ost
Dari Nazm kardabn sasawar e ost
Nezami1, dessen Werk die Dari-Reimordnung ist
ihm gebührt, in Dari zu reimen
نظامی که نظم دری کار اوست
دری نظم کردن سزاوار اوست

(1) نظامی hat hier drei Interpretation: Nezami als Autor Nezami und als Dichter allgemein und Ordnung, als Staat. Nezami ist vom Nazm (Ordnung, Lyrik, Dichtung, Versmaß, Reim) abgeleitet.

Der von Goethe geschätzte Dichter Hafiz, dessen Gedichte Friedrich Rückert und von Joseph von Hammer-Purgstall übersetzte, verwendete in seinen Gedichten beide Bezeichnungen der persischen Sprache nämlich Farsi und Deri (Heute Dari).

Umschrift Deutsche Übersetzung Original Farsi ye Dari
chaker schekan schwand hameh Totianen Hind
ze en Parsi ke ba Bengaleh merawad
Des Indus Papageyen werden
Nun alle Zuckerfreßer seyn,
Vom persischen berühmten Kandel,
Der reißend nach Bengalen geht
شکر شکن شوند همه طوطيان هند
زين قند پارسي که به بنگاله مي رود

(1) Shakar Shekan heißt in Original und bedeutet Zuckerhutbrecher in Allegorie von Fastenbrecher (2) Qand e Parsi ist ein Terminus-Technicus, eine Allegorie für die literarische persische Sprache. Qand geschrieben und Ghand gesprochen bedeutet Kandis bzw. Zuckerhut. Schrien, Süß bzw. Qand  bedeutet hier im Bezug der Sprache Wohlklang.

Hier nannte Hafiz die gleiche Sprache "Dari" bzw. "Deri":

Umschrift Deutsche Übersetzung Original Farsi ye Dari
Ze Scher e Delkesch Hafes kasse buwad agah
ke lotf e Tabeh o Sokhan Goftan e Dari danad
Hafisens Lied kennt Jedermann,
Wer liebliche Natur besitzt,
Und wer ein Wort von dem Deri2
Noch vorzusagen weiß.
[25]
ز شعر دلکش حافظ کسی بود آگاه
که لطف طبع و سخن گفتن دری داند

In einem anderen Gedicht mit dem Titel Liebkose mich, vernicht’ hiedurch Den Markt der Zaubereien übersetzte von Hammer-Purgstall jedoch Dari als persisch (in mit persischen Gesängen):

Umschrift Deutsche Übersetzung Original Farsi ye Dari
Tscho Andalib Fassahat froschad ai Hafes
Tu qadre [ghadre] o ba Sokhan Goftan Dari beschkan
Verkauft, Hafis! die Nachtigall
Wohlredenheit in Liedern,
Vernichte ihrer Waaren Preis
Mit persischen Gesängen.
چو عندلیب فصاحت فروشد ای حافظ
تو قدر او به سخن گفتن دری بشکن

Unter dem Mogulreich erfuhr die indische Versform in der persischen Literatur, aber auch in der Mischsprache Urdu (mit persischer Schrift + Dutzende Zeichen sowie mit den indischen Schriftzeichen Devanagari) Aufschwung. Vertreter dieser Richtung ist Abdul Qader Bidel Dehlhawi.

     
 

garche Hindi dar uzūbat1 Shackar2 ast
tarz-e goftar-e Dari schrintar3 ast

1.عذب ist Adjektiv von Uzobat und bedeutet süß und in der Literatur und Dichtung Wohlklang, wohlgeformter Reim

2. Schakar = Zucker und als Symbol in der Dichtung lieblich oder mit Wonne.

3. Schirin (weiblicher Name) bedeutet die Süße, in der Lyrik die Liebliche

Zwar ist Hindi entzückt von der Euphonie
Doch die Dari-Dichtform hat mehr Melodie
گرچہ هندی در عذوبت شکر است
طرز گفتار دري شيرين تر است

 

Fazit

Hier verstehe ich unter afghanischen Wissenschaftler paschtunisch -stämmigen Wissenschaftler. Sie haben dadurch die Welt irregeführt und mich damals als Kind persönlich "verkohlt“. Diese nationalstaatlichen paschtunischen Wissenschaftler haben abermals mit einem Trick gearbeitet. Es war keine Namensänderung von Parsi bzw. Farsi in Dari, sondern nur Dari. Deswegen habe  ich  Schwierigkeiten, eine Definition für diese Sprache Dari zu geben, ohne das Persische zu erwähnen.  Auch die sogenannten afghanischen = paschtunischen Wissenschaftler, ja selbst die deutschen Wissenschaftler sind nicht fähig, Dari aus seinen eigenen  Namen zu definieren, sondern pervertieren eine Hoch- und Schriftsprache zu einer afghanischen Mundart des Persischen.

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[1] Vgl. Conrad Schetter: Ethnizität und ethnische Konflikte in Afghanistan, Berlin,  2003, S.260

[2] Taschdid : diakritisches Zeichen zur Kennzeichnung der  Konsonantenverdopplung, ähnlich für ck=kk

[3] In Farsi und Urdu wird Delhi دهلى bzw. دہلی (Dehli) geschrieben.

[4] Isfahan, Mazandaran,  Zahedan, Kerman usw. im Iran , Baghlan, Bamiyan, Taloqan, Paghman, Badachschan, Uruzgan, Laghman, Schebreghan usw. Afghanistan, Multan, Mardan usw. in Indien bzw. Pakistan Khalton, Baldschuwon, Churosson (Khorasan) Berg-Badachschan usw. in Tadschikistan,  Göttingen, München, Tübingen usw. in Deutschland, Groningen, Drachten, Kampen usw. in den Niederlanden

[5] Dari (درى) ist seit 1964 die offizielle Bezeichnung für die persische Sprache in Afghanistan.

[10] Conrad Schetter: Ethnizität und ethnische Konflikte in Afghanistan, Berlin,  2003, S. 27

[11] Ebenda, S. 126

[12] Ebenda, S. 127

[13] Ebenda S. 260

[14] Reinhardo  Lorichio Hadamario: Assueri Persarum regis convivium et Darii itidem Persarum, 1541

[16] Lodewijk de Dieu: Rudimenta linguae persicae, 1639,

 

[18] Ebenda, Einführung, S.6

[20] Lodewijk de Dieu: Rudimenta linguae persicae, 1639, S. 62

[21] Angelo a. S. Joseph, 1684, Seiten  120, 130, 135, 139, 141 f, 144, 146, 149, 158, 169, 170, 175 f,  179, 180, 183ff, 190, 193f, 194, 196, 199 ff, 200, 201,  235, 257, 259, 268, 271, 283 ff, 292, 294, 297ff , 298, 299 f, 327, 328,  346,  350, 367, 368 ,  390, 401, 406, 415, 427

[24] Ebenda, S. 419

[25] Zend-Avesta: Zoroasters lebendiges wort, worin die lehren und ..., Band 2 Zend-Avesta, ouvrage de Zoroastre. Paris 1771. in:     Deutsche Übersetzung von Johann Friedrich Kleuker. Drei Bände. Hartnoch, Riga 1776–1778, S. 78. https://books.google.de/books?id=DFUtAAAAYAAJ&pg=PA78&dq=Zend+Avesta++Deri+und+Parsi+sind+eigentlich+nur+eine+Sprache&hl=de&sa=X&ved=0CCYQ6AEwAGoVChMIleaI-5a7yAIVAwNzCh00cAhL#v=onepage&q=Zend%20Avesta%20%20Deri%20und%20Parsi%20sind%20eigentlich%20nur%20eine%20Sprache&f=false

 

[26] Sir John Malcolm -The History of Persia: From the Most Early Period to the Present Time, Band 1829

[Literatur

  • Abraham Hyacinthe Anquetil-Duperron: Zend-Avesta, ouvrage de Zoroaster. deutsch von Johann Friedrich Kleuker, Paris 1771.
  • Thomas Hyde: Veterum Persarum et Parthorum et Medorum Religionis Historia. Editio Secunda, MDCCLX.
  • John Malcolm: The History of Persia: From the Most Early Period to the Present Time. Vol. 1, London in writing 1806 or 1810.
  • Friedrich Rückert's gesammelte poetische Werke in zwölf Bänden. Lyrische [...] Frankfurt am Main 1869.
  • Joseph von Hammer-Purgstall: Schönen Redekünste Persiens: mit einer blüthenlese aus zweyhundert persischen Dichtern. Heubner und Volke, 1818.
  • Staats- und Gesellschafts-Lexikon. Friedrich Wilhelm Hermann Wagener: Bd. 15, Berlin 1864.
  • Jahrbücher der Literatur. Bände 45-46, Wien 1829.
  • Johann Severin Vater: Literatur der Grammatiken, Lexika und Wörtersammlungen aller Sprachen der … Berlin 1815.
  • Abraham Hyacinthe Anquetil-Duperron: Zend-Avesta. ouvrage de Zoroaster. Paris 1771 Drei Bände. deutsche Übersetzung: Johann Friedrich Kleuker: Zend-Avesta, Zoroasters Lebendiges Wort. Bd. 2, Hartknoch, Riga 1776–1778, S. 30–38, 78, 92–96.
  • HYDE, Thomas. Veterum Persarum et Parthorum et Medorum Religionis Historia. Editio Secunda, MDCCLX., S. 107, 423, 429, 431.
  • The History of Persia: From the Most Early Period to the Present Time. Vol. 1, London ohne Jahr, in writing 1806 or 1810, S. 482.
  •  Friedrich Rückert's gesammelte poetische Werke in zwölf bänden. Lyrische [...] Frankfurt am Main 1869, S. 52.

  • Joseph von Hammer-Purgstall: Schönen Redekünste Persiens: mit einer blüthenlese aus zweyhundert persischen Dichtern. Heubner und Volke, 1818, S. 3.
  • Allgemeine deutsche Real Encyclopädie. fünfte Original-Auflage. Bd. 7, Leipzig 1819.
  • Friedrich Wilhelm Hermann Wagener: Staats- und Gesellschafts-Lexikon. Bd. 15, Berlin 1864, S. 355.
  • Jahrbücher der Literatur. Bände 45-46, Wien 1829, S. 119.
  • Johann Severin Vater: Literatur der Grammatiken, Lexika und Wörtersammlungen aller Sprachen der ...[...] Berlin 1815, S. 179.
  • Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin: Monatsberichte der Königlich Preussischen Akademie [...] Berlin 1877, S. 764.  Karl Rosenkranz: Handbuch einer allgemeinen Geschichte der Poesie. Bd. I. Halle 1832, S. 73.
  • Dehkoda Lexikon, Bozorg Alavi
  • Johann Wolfgang von Goethe: West-östlicher Divan. Stuttgart 1819, S. 169.

http://www.stern.de/politik/ausland/die-geschichte-des-iran-teil-2-das-goldene-zeitalter-705700.html

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http://www.deutsche-liebeslyrik.de/hafis/hafis484.htm

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Mirza Bedil

BĪDEL (BĒDIL). In: Encyclopedia Iranica.

http://ganjoor.net/iqbal/asrar-khodi/sh2/