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Gedichte in der Sprache Dari

zu Gedichten

 Saadi Scherazi (1213? 1229?-1292 oder 1294)

Moscharrafuddin ibn e Moslehuddin, genannt Saadi e Scherazi, ist einer der bedeutendsten Dichter der Sprache Farsi e Dari. Seine Lyrik- Sammlung  heißt "Golestan" (Blumengarten) und die Sammlung seiner lyrischen Prosa  "Bustan" bedeutet Obstgarten, zwei Meisterwerke also, die der morgendlichen humanistischen Tradition widerspiegeln.

Sein Lyrik und  Prosa sind einfach geschrieben, handeln aber schwierigen Themen wie Humanismus, Rechtstaatlichkeit, Gerechtigkeit, Sittlichkeit und Toleranz ab.  Sein Lebenswerk lehrt und unterhält zugleich. 

wörtliche Übersetzung:

Der Körper des Menschen  ist edel im Geistesleben

Nicht das schöne Gewand ist das Zeichen des Menschenlebens

Sind die Kriterien des Menschseins Augen, Ohren, Nase und Mund 

was ist dann der Unterschied zwischen einem Gemälde an der Wand und seinem Menschenbild.

 sinngemäße Übersetzung

Der Mensch wird edel nicht durch das schöne Gewand 

Augen, Ohren, Nase und Mund zieren noch lange nicht seine Gestalt

Ohne Seelenleben ist er bloß ein Gemälde an der Wand

Sein Geisteswesen ist das Zeichen, was ihn füllt mit Gehalt.

 

Worttreue Übersetzung

Die Adamskinder sind miteinander wie Glieder
Von der Schöpfung ist her von einer Essenz
Bringt das Schicksal ein Glied zum Schmerzen
Die anderen Glieder lässt es nicht ruhig
Falls du sorglos mit ihren Belangen umgehst
bezeichnet man dich nicht als Mensch

Weitere Übersetzungen des obigen Gedichtes

Folgende Übersetzung des Sa´di Gedichts stammt von Karl Heinrich Graf, das von Dieter Bellmann (hrsg) überarbeitet und in Carl Schünemann Verlag Bremen, 1982 erscheinen ist. Grafens Übersetzung lautete:


Die Menschenkinder sind ja alle Brüder
aus einem Stoff wie eines Leibes Glieder
hat Krankheit nur einzig Glied erfasst
So bleibt anderen weder Ruh und Rast
Wenn anderer Schmerz dich nicht im Herzen brennt
verdienst du nicht, dass man noch Mensch dich nennt

 

"Von diesem Gedicht Sa'dis gibt es eine wunderschöne Übertragung ins Deutsche aus der Feder von Dr. Salamat Schiftah. Ich habe sie aus der Zeitschrift "Kultur-Journal", Zeitschrift für Afghanen und Deutsche, Hrsg. Afghanistan-Zentrum e.V., Bonn, 1/2002, entnommen.", schreibt Aglaja Beyes-Corleis am  05.01.2003 im (AGO)

 

Als Adams Nachfahr'n sind wir e i n e s Stammes Glieder.
Der Mensch schlägt in der Schöpfung als Juwel sich nieder.
Falls Macht des Schicksals ein Organ zum Leiden führt,
sind alle andern von dem Leid nicht unberührt.
Wenn niemals Du in Sorge um den andern brennst,
verdienst Du nicht, dass Du Dich einen Menschen nennst.

 

Aus dem "Golestan"  (Blumengarten) von Moscharrafuddin ibn e Moslehuddin Saadi, geb. zw. 1213 und 1229 in Schiraz,  gestorben 9.12.1292 n.C.

 

 Lautschrift

Agar ze baghe raiat khorad Malek sebe

barawarand  gholaman o darakht ze beech

Ba panj biza ke Sultan setam rawa darad

Zannand Laschkar(i)an asch hazar morgh ba seech

 

 Deutsche Übersetzung

Ißt ein König einen Apfel aus dem Garten des Volkes

reißen seine Laiken den ganzen Baum heraus

duldet ein Sultan für fünf Eier die Unterdrückung

spießen seine Truppen  Tausende von Hühnern

 

 Lautschrift

Moskin Khar agar tsche be tamiz ast

Tschon bar hami barad aziz ast

Gawan o Kharan e bar bardar

Beh ze Adamian e mardom azar

 

 Deutsche Übersetzung

Obschon der armselige Esel widersinnig ist,

 weil er den Last trägt, ist er beliebt

Last tragende Kuhe und Esel sind besser

als Menschen, die das Volk kränken