Rudaki

Abu Abdullah Djafar,  der als „Vater der Dari-Dichtung“ und als Schöpfer des in Versform gebrachten „Kalila Damna“, auch als "Kilila Demna" ausgesprochen (Fabeln in Reimen) bekannt war, ist in Rudak im heutigen Tadschikistan geboren. 

Das erste Gedicht dieser Fabelsammlung in metrischer Fassung  „Kalila Damna“, das auf die „Fünf Bücher“ indischer Fabeln, Märchen und Erzählungen zurückzuführen ist, heißt: 

Har ke na mocht az gozasht e rozgar

Niez nayamozad ze hetsch Amozgar

 

Wer nichts lernt aus dem Lauf der Geschichte (auch dem Schicksal)

Lernt auch nichts - von keinem Lehrer.

 

„Kalila Damna“ gehörte zu den „Panj Ketab“ („fünf Bücher“), durch die z.B. die Kinder auf dem heutigen Boden Afghanistan während ihrer „primären Sozialisation“ in den Dorfschulen und „Koranschulen“, in der „Madchal“ (Vorschule) und in Familien mit besonderem Spaß lesen und schreiben lernten.

Denn diese Tierdichtung in Versform nahm besonders wirklichkeitsnah die menschlichen Unzulänglichkeiten und Verhaltensweisen, die sozialen Zustände und politischen Vorgänge auf die belebte humorvolle, satirische Weise mit moralisch-belehrenden und unterhaltenden Effekten aufs Korn, ohne dabei jemanden weh zu tun. 

Der Urschrift des „Kalila Damna“  stammt ursprünglich aus dem Sanskrit und hieß in Indien „Panja Tantra“ (Fünf Sinne oder Fünf Musen) und war auch der Name der verschiedenen Ausgaben der Sanskrit-Bücher, die offenbar 2000 Jahre alt sind. Daher ist es nicht ausgeschlossen, dass der heutige Begriff "Tantra" auf jene Tantras - Meditation – Musik, Tanz , Tiere und Opfergabe zurückzuführen ist. 

Unter den Samaniden (9.-10. Jh.) begann eine neue literarische Dichtkunst in dem iranischen Kulturkreis. Diese Dichter und Dichterinen versuchten, islamische Dichtkunst und die alte awestanische Tradition miteinander zu vereinen.

Die vier wichtigsten Gattungen jener Zeit sind das Epos, die Kasside (Hofgedicht), das Mesnewi (langes erzählendes Gedicht) und das Ghasel (lyrisches Gedicht). 

Die Sprache von Rudaki ist einfach, seine Dichtung ist melodisch. Die Dichtung von Rudaki ist vielschichtig. Er benutze nicht nur Dari- Begriffe, wie in diesem Gedicht zum Lobe von Amur-Daria schrieb: 

Abe joe molian ayad hame

Yade yare mehraban ayed hame

Rege Amu o doroschte a e wai

zer pai yam parneian ayed hame

 

Ich rieche gerne den Duft des Molian-Bachs

Es erinnert mich an der lieblichen Geliebte.

Der Amur und dessen raue Sand

scheint mir wie Feder unter meinen Füssen

 

Unter den Samaniden (9.-10. Jh.) begann eine neue literarische Dichtkunst in dem Kulturkreis, der damals seinen Namen "Ariana" einbusste. Jetzt hieß "Chorasan" bzw. Khorassan. Diese Dichter und Dichterinen versuchten, islamische Dichtkunst und die alte awestanische Tradition miteinander zu vereinen.

Die vier wichtigsten Gattungen jener Zeit sind das Epos, die Kasside (Hofgedicht), das Mesnewi (langes erzählendes Gedicht) und das Ghasel (lyrisches Gedicht). Bereits im 10. Jahrhundert erreichte die Sprache Dari, die im Westen "Parsi" oder "Farsi" genannt wurde, erreichte ihren Gipfel der Literatur.  Die Sprache von Rudaki ist einfach, seine Dichtung ist melodisch. Er benutze nicht Dari- Begriffe, wie in diesem Gedicht zum Lobe von Amur-Daria schrieb. Die Dichtung von Rudaki ist vielschichtig. Er ist im Jahre 941 n. Christus gestorben.

 

 
 

 
 

Abe joe molian ayad hame

Yade yare mehraban ayed hame

Rege Amu o doroschte a e wai

zer pai yam parneian ayed hame

 

 
 

Ich rieche gerne den Duft des Molian-Bachs

Es erinnert mich an der lieblichen Geliebte.

Der Amur und dessen raue Sand

scheint mir wie Feder unter meinen Füssen

 

von Dr. Mir Hafizuddin Sadri